Iridium nimmt den Betrieb wieder auf
Die Satelliten-Telefongesellschaft Iridium LCC hat ihre Tätigkeit wieder aufgenommen. Wie das Unternehmen heute mitteilte, ist das globale Satelliten-Kommunikationsnetz nach dem Stopp vor mehr als einem Jahr nun wieder kommerziell verfügbar.
Ab Juni wird das Unternehmen außerdem Datendienste anbieten, darunter Wählzugangsdienste und einen direkten Internet-Zugang. Im weiteren Verlauf dieses Jahres werden voraussichtlich auch Kurzmitteilungsdienste verfügbar sein.
Iridium LLC war im März 2000 für zahlungsunfähig erklärt worden. Der Hauptgrund war ein gravierender Kundenmangel. Der Aufbau des Satellitensystems hatte mehr als 5,64 Milliarden Euro gekostet. Der damalige Mehrheitseigentümer Motorola hatte damals sogar den geregelten Absturz der 73 Iridium-Satelliten erwogen. Schließlich wurde das System jedoch im Oktober 2000 von Boeing übernommen und dadurch der Weiterbestand gesichert.
IridiumDiesmal Gewinne angepeilt
"Unsere gegenwärtige betriebliche Struktur ermöglicht die Bereitstellung kosteneffektiver und benutzerfreundlicher Telefon- und Datendienste", sagte der frühere Präsident der US-Fluggesellschaft Pan Am und nunmehrige Iridium-Chef Dan Colussy. Dadurch würde eine niedrige Gewinnschwelle gesichert.
Derzeit hat Iridium Verträge mit 13 Service-Providern abgeschlossen, die für die weltweite Vermarktung des Angebots sorgen sollen.
Die Auslieferung von datendienstfähigen Motorola-Satellitentelefonen an die Provider ist bereits angelaufen. Der geschätzte Einzelhandelspreis für ein Gerät der "Satellite Series 9500" wird bei rund 1.000 USD liegen, kleinere und leichtere Geräte der Satellite Series 9505 werden rund 1.500 USD kosten.
Die Gesprächsgebühren werden 1,50 USD pro Minute betragen. In den ersten sechs Monaten wird es aber Sondertarife geben.
Durch die flächendeckende Funkversorgung aller Ozeane, des gesamten Luftraums und der Polarregionen eignet sich Iridium besonders für die See- und Luftfahrt, die Exploration und Erdölförderung, im Bergbau, Bauwesen und in der Forstwirtschaft, aber auch für Hilfsorganisationen, Segler sowie für staatliche Organisationen. Zu den derzeitigen Iridium-Kunden gehört unter anderem das US-Verteidigungsministerium.
