Disney streicht 4.000 Stellen
Die Walt Disney Company will wegen des konjunkturellen Schwächeanfalls weltweit 4.000 Mitarbeiter oder rund drei Prozent der Gesamtbelegschaft von 120.000 Beschäftigten nach Hause schicken.
Das haben Konzernchef Michael D. Eisner und Präsident Robert A. Iger gestern nach Börsenschluss in einem Brief an die Disney-Mitarbeiter mitgeteilt.
Die Stellen sollen in allen Betriebsbereichen und in der Konzernzentrale gestrichen werden. "Wir sehen uns den immer stärkeren Herausforderungen einer sich abschwächenden Wirtschaft gegenüber", hieß es in dem Schreiben. Bereits im Jänner 2001 mussten mehr als 500 Beschäftigte der Internet-Sparte Walt Disney Internet Group gehen.
Wall Street erwartete die Disney-Sparaktion
Der Unterhaltungs- und Freizeitkonzern rechnet mit einer
Sonderbelastung von 250 Millionen Dollar und mit jährlichen
Kostenersparnissen von 350 bis 400 Millionen Dollar. Die Wall Street
hatte eine Sparaktion erwartet. Disney leidet unter den sinkenden
Werbeeinnahmen, die vor allem die Fernsehtochter ABC sowie den
Sportsender ESPN, Disney Channel und andere treffen. Auch die
Freizeitparks in Florida und in Kalifornien könnten von der
US-Konjunkturschwäche betroffen werden, glauben Reisebranchenkenner.
DisneyDisney verfügt über ein großes Filmstudio, eine Kette von Disney-Geschäften und betreibt auch eine Kreuzfahrtlinie.
Der Konzern ist außerdem an großen Freizeitparks in der Nähe von Paris und Tokio beteiligt.
Massenentlassungen in den USA
Neben Disney hatte am Dienstag auch der kanadische Telekom- und Netzwerkausrüster Nortel weitere 5.000 Stellenstreichungen angekündigt. Damit hat Nortel seit Jahresbeginn insgesamt 15.000 Stellenstreichungen verlautet. Palm kündigte an, dass das Unternehmen 250 seiner insgesamt 1.924 Mitarbeiter nach Hause schicken wird.
In den letzten Wochen und Monaten haben bereits rund 30 US-Unternehmen Massenentlassungen von insgesamt 167.000 Mitarbeitern angekündigt.
Dazu zählen unter anderem die amerikanische DaimlerChrysler-Tochter Chrysler [26.000], der Chip- und Handy-Hersteller Motorola [22.000], der Telekomausrüster Lucent Technologies [16.000], die Telefongesellschaft Verizon [10.000] und der Verbraucherproduktkonzern Procter & Gamble [9.600].
