300 Millionen Euro für Web-Offensive
Wenige Tage nach dem Wirtschafts- und Beschäftigungsgipfel in Stockholm hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan zu "E-Learning" vorgelegt, mit dem der Brückenschlag zwischen Schulen und Industrie in den neuen Kommunikationstechnologien vollzogen werden soll.
Ziel des Programms, das die für Kultur und Bildung zuständige EU-Kommissarin Viviane Reding am Mittwoch in Brüssel vorstellte, ist eine Modernisierung der europäischen Bildungssysteme unter Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien.
Damit soll Europa seinen Rückstand gegenüber den USA und Japan bei der Ausschöpfung des Potenzials der Kommunikations- und Informationstechnologien aufholen.
300 Millionen Euro für E-Learning
Schulen sollen grenzüberschreitend miteinander vernetzt werden.
Lehrer sollen den Software-Herstellern die Inhalte für
Schulprogramme vorgeben, die über den Computer abgerufen werden
können, wie Reding vor der Presse erläuterte. Aus dem EU-Haushalt
will die EU-Kommission rund 300 Mio. Euro für die kommenden sieben
Jahre für E-Learning flüssig machen. Rund zehn Prozent der Mittel
für die EU-Bildungsprogramme "Leonardo" und "Sokrates" sollen dem
E-Learning gewidmet werden, um die "digitale Kluft" in der
Gesellschaft zu überwinden. Auch im mehrjährigen
EU-Forschungsrahmenprogramm [2002-2006] sollen die
Zukunftstechnologien Vorrang erhalten. Weitere Mittel sollen aus den
Sozial- und Regionalfonds kommen.
Europäische UnionAuf zur "virtuellen" Universität
Mit Hilfe der Informationstechnologien solle der Kampf gegen Schulversagen und Ausgrenzung unterstützt und das lebenslange Lernen gefördert werden, wie Reding ausführte.
Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften in der Branche wird in der EU auf derzeit rund 1,4 Millionen Menschen geschätzt.
Mit digitalem Fernsehen, Satellitenfernsehen und Computern sollen Schulen ausgerüstet und "virtuelle" Universitäten eingerichtet werden.
Am 10. und 11. Mai wird in Brüssel der erste E-Learning-Gipfel zum Thema öffentliche und private Partnerschaften stattfinden, an dem neben der EU-Kommission und Experten aus den Bildungsministerien der Mitgliedsstaaten auch Lehrer, Abgeordnete und Industrievertreter teilnehmen werden. Eine Sensibilisierungskampagne zur Nutzung des Internets in der Schule, eSchola, ist für den 5. Bis 11. Mai geplant.
