Von Donkey Kong zu Mobile Gaming
"Die Computerspiele-Industrie befindet sich in einer Phase der kreativen Stagnation", sagt Ernest Adams, Gründer der "International Game Developers Association". "Neuigkeiten kommen in immer größeren Abständen." Grund dafür sind die enormen Produktionskosten. Die Spieleproduzenten wollen nicht riskieren, mit einer neuen Idee zu floppen, und setzen auf bewährte Modelle, um sicherzugehen, dass sie einen Erfolg landen.
In seinem Plädoyer "Dogma 2001" hat Ernest Adams nun zehn Gebote für gutes Spieldesign aufgestellt. In Anlehnung an "Dogma 95" des Filmemachers Lars von Trier und weiterer dänischer Filmmacher fordert er, dass der Einsatz von Technik eingeschränkt werden soll. Einer der Merksätze lautet: "The use of hardware 3D acceleration of any sort is forbidden."
Es sollen auch keine bekannten Figuren, wie wir sie von George Lucas oder Herrn Tolkien kennen, vorkommen dürfen. Goodbye Anakin und Konsorten? Wer mit vorgefertigten Figuren arbeitet, ist nicht kreativ genug, um sich Spieldesigner nennen zu dürfen.
Sonntag, 22.30 Uhr, m@trix
Das alles war Thema der Sendung "m@trix" auf Ö1. Durch die
Sendung begleiteten der amerikanische Gamedesigner Ernest Admas und
Hans Wu, ehemaliger FM4-"Digital Wonderland"-Redakteur, der bei
"Alpha Thinx" Handy-Spiele entwickelt hat. Das österreichische
Start-up musste vor kurzem Konkurs anmelden, da keine weiteren
Risikokapitalgeber zu gewinnen waren. Steckt die Spieleindustrie in
der Krise? Was verspricht "mobile gaming"? In welche Richtung
entwickeln sich Computerspiele, was war bisher, und vor allem, was
macht ein gutes Computerspiel aus? Diskutieren Sie im FuZo-Forum
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m@trix - computer & neue medien
Dogma 2001: "A Challenge to Game Designers"Computerspiele als Kulturgut
Im Moment besteht das Berliner "Computerspiele Museum" nur aus einer Webseite und einem Lagerraum voller Kisten und Schachteln. Denn Ende letzten Jahres wurde die permanente Ausstellung "30 Years of Digital Gaming" geschlossen. "Es war der Versuch Computerspiele als Kulturgut wirklich ernst zu nehmen", so Andreas Lange, der 1996 damit begann "Elektroschrott" zusammenzukaufen.
Doch der Leiter des "Computerspiele Museums" schmiedet bereits neue Pläne, damit seine "Schätze" bald wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Eine bunte Erlebniswelt soll entstehen, in der vom altertümlichen Handheld bis zum neuesten Spielhallenautomaten alles zu sehen und auch auszuprobieren sein wird. Das Gesamtkonzept will aber mehr bieten als das farbenfrohe Frontend für die Besucher.
"Für die Kapitalgenerierung ist es natürlich wichtig, dass es möglichst bunt und knallig wird, aber wir werden auch Projekte mit Künstlern, Germanisten und Pädagogen entwickeln", berichtet Lange.
In den Lagerräumen des "Computerspiele Museums" wirft m@trix einen Blick zurück in die Kinder- und Jugendjahre der Spielindustrie.
Computerspiele Museum Berlin
