23.03.2001

CEBIT 2001

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Handy verschickt Gerüche und Gefühle

Auf der Technologiemesse CeBIT werden nicht nur Data Warehouse Server und Load Balancing Devices vorgestellt, sondern auch Produkte, die die Kommunikation der Zukunft einfangen sollen.

Ein Handy von Trium beispielsweise soll Kurzmitteilungen samt Gerüchen und Gefühlen verschicken können. Aufgereiht auf einer Kette am Hals des Nutzers sind fingernagelgroße Plastikperlen, die per Funksignal vorher gespeicherte Düfte verströmen sollen: das Parfum der Liebsten oder die Düfte eines Abendessens.

Ein Ausläufer des Kopfhörers liegt am Hals an und wird auf Fernbefehl sogar warm oder kalt.

MSM statt SMS

Statt dem schon etablierten Short Messaging Service [SMS] für Textmitteilungen heißt das Prinzip des gewagten Gerätes "Multi-Sensory Messaging" [MSM] und soll die Mobilkommunikation in eine neue Dimension bringen.

Studien für die UMTS-Welt

Die Geräte sind Studien - niemand weiß also, ob sie so jemals in Serie gebaut werden. Funktionieren können sie aber ohnehin erst mit dem neuen Mobilfunkstandard UMTS, der in Deutschland frühestens Mitte 2002 startet.

Die Schnupper-Handys liegen trotzdem im Trend der diesjährigen CeBIT, bei der viele Technik-Kuriositäten direkt ins Leben der Menschen eingreifen.

Zwar gehen die Entwürfe der Entwickler nicht so weit, dass Handy-Nutzern ein Chip im Kopf, ein Mikro am Mund und der Lautsprecher im Ohr verpasst werden soll.

Ohrringe als Kopfhörer

Aber es gibt schon jetzt beispielsweise von IBM Ohrringe als Handy-Lautsprecher, Ketten als Mikrofone und Armbänder als Internet-Display. "Pervasive Computing" heißt das Prinzip, das Geräte so nah wie möglich an den Körper bringt und den Träger mit möglichst wenig Technik belasten will.

Handy und Computer in der Jacke

Das finnische Ytol-Institut hat Handy und Mini-Computer in Gürtel und Jacken eingebaut, mit denen große Gruppen auf weite Entfernung kommunizieren sollen.

Dabei wird ein Mikrofon in der Jacke aktiviert, indem der Sprecher an einem Band zieht. Nachrichten werden über den Gürtel-Computer und Mobilfunk an die anderen weitergeleitet, die dann über ihre Lautsprecher-Jacke von den Neuigkeiten erfahren.

High-Tech-Jacken für Monteure

Auch IBM will Kommunikation in Kleidung bringen und zeigt auf der CeBIT einen Flugzeugmonteur, der Anweisungen aus seinem Arbeitsanzug bekommt, in den ein Computer integriert ist.

SMS-Drucker demnächst erhältlich

Auch Drucker schrumpfen auf Taschenbuchgröße, sodass sie handlich am Gürtel befestigt werden können. Anders als viele andere auf der CeBIT gezeigte Neuheiten soll dieser Mini-Drucker nach Angaben des Herstellers DT-Elektronik in spätestens sechs Wochen in den Handel kommen.

Mit ihm können SMS-Mitteilungen ausgedruckt werden. Zur Zielgruppe dafür gehörten eigentlich vor allem Speditionen, die ihre Lkw-Fahrer so über neue Routen informieren könnten, heißt es bei dem Saarbrücker Unternehmen.

Aber der Mini-Drucker könnte auch zum Hit unter Jugendlichen werden, die SMS längst als Flirt- und Plaudermedium entdeckt haben. Solange sie noch auf die Gefühle und Gerüche aus dem Handy warten müssen, könnten sie mit dem Drucker zumindest ihre SMS in "richtige" Liebesbriefe auf Papier verwandeln.