23.03.2001

OPTIMISMUS

Bertelsmann ist für Napster zuversichtlich

Trotz des Urheberrechtsstreits um die US-Musiktauschbörse Napster laufen nach den Worten von Bertelsmann-Vertriebsvorstand Klaus Eierhoff Gespräche zwischen den Unternehmen der Branche, um das Konzept des Internet-Musiktausches durchzusetzen.

"Das Thema File-Sharing wird gewinnen, die Musikindustrie hat das erkannt und arbeitet an Lösungen", sagte Eierhoff am Rande der Leipziger Buchmesse. Es liefen Gespräche zwischen allen beteiligten Parteien. Bertelsmann stehe zudem in Kontakt mit verschiedenen Mobilfunkfirmen, um den Absatz seiner Produkte über Internet-fähige Handys sicherzustellen.

Die Musiktauschbörse Napster war von den großen Musik-Labels verklagt worden, da beim Tausch von Musik in digitaler Form Urheberrechte verletzt würden.

Ein US-Gericht hatte deswegen eine einstweilige Verfügung gegen Napster verhängt. Bertelsmann war im vergangenen Herbst jedoch aus der Klägerfront ausgeschert und eine Allianz mit Napster eingegegangen. Die Bertelsmann eCommerce Group will ihr Repertoire zur Verfügung stellen, sobald Napster ein kostenpflichtiges, legales Abonnenten-Service wird. Napster hat rund 70 Millionen registrierte Nutzer weltweit.

Eierhoff sagte, das Bedürfnis der Kunden nach Musik in digitalisierter Form im Internet sei da, und die Industrie werde sich darauf einstellen. Es gebe daher Kontakte und Gespräche zwischen allen Parteien.

"Musikindustrie zu spät"

"Die Musikindustrie hat ja in Summe nicht rechtzeitig ein solches Produkt zur Verfügung gestellt, also muss sie in Summe dafür sorgen, dass das nun nachgeholt wird." Die Bertelsmann-Konkurrenten Vivendi und AOL Time Warner hatten es nicht mehr ausgeschlossen, dass ihre Musiktöchter ebenfalls mit Napster kooperieren.