Telekom Austria will in Breitband investieren
Die Telekom Austria [TA] will ihre Investitionen im Technologiebereich im Jahr 2001 deutlich senken und gleichzeitig den Schwerpunkt Richtung Breitband legen.
Seit Anfang letzten Jahres habe man begonnen, die Lieferantenpreise "sehr intensiv zu verhandeln", sagte TA-Technikvorstand Rudolf Fischer heute bei einem Hintergrundgespräch. Teilweise hätten die Lieferanten ihre Preise um bis zu 40 Prozent gesenkt, die TA spare dadurch rund eine Mrd. ATS.
Nach den Worten des Technikvorstands bestehe eine deutliche Verlagerung der Investitionen hin zu den Zukunftstechnologien.
Breitband vor Sprachtelefonie
Seien 1999 noch 59 Prozent in den Ausbau der Sprachtelefonie
geflossen, werde der Investitionsanteil heuer in diesem Bereich nur
noch 18 Prozent betragen. Die Investitionen in neue Technologien wie
Breitband würden demgegenüber im selben Zeitraum von 18 auf 50
Prozent steigen.
Telekom AustriaHeuer noch massiver Personalabbau
In den operativen Betrieb des Netzes investiert die TA heuer rund drei Mrd. ATS. Noch im heurigen Jahr soll allerdings durch einen massiven Personalabbau von 3.000 Mitarbeitern rund ein Viertel der Kosten eingespart werden.
Danach befinde man sich im europäischen Benchmark. Die Personalreduktion um rund ein Drittel des gesamten Personals im technischen Bereich sei ein "wesentlicher Schritt, um die Effizienz zu steigern". Ein Vielzahl der europäischen Konkurrenten hätte diesen Schritt bereits vollzogen, so Fischer.
Technische Partner gesucht
In den nächsten sechs Monaten will die TA nun zwei technische Partner suchen. Vergeben werde dabei ein jährliches Auftragsvolumen von rund zwei Mrd. S. Es werde Ausschreibungen zu diesem Thema geben.
Investitionen heuer bei 6,5 Mrd. ATS
Aus praktischen Gründen sei es "sicher sinnvoll", dabei zumindest einen der jetzigen vier Netzlieferanten - Alcatel, Siemens, Kapsch oder Ericsson - auszuwählen, zwingend sei das aber nicht.
Insgesamt sollen die Investitionen der TA heuer auf rund 6,5 Mrd. S gesenkt werden. 1998 hatten diese noch 12,4 Mrd. S betragen. Diese Reduktion sei primär auf eine aggressive Preispolitik sowie den generellen Preisverfall bei neuen Technologien zurückzuführen, erklärte Fischer weiter.
Klage gegen Lucent-Österreich-Chef
Darüber hinaus erwägt die Telekom Austria eine Klage gegen Bernhard Isemann, Österreich-Chef des Telekom-Ausrüsters Lucent.
Isemann hatte behauptet, dass die TA weiterhin Folgeaufträge für das ATM-Netz vergebe, anstatt auf optische Übertragungstechnik umzurüsten, und dass die Auftragsvergabe der TA an Telekom-Lieferanten und Netzwerkausstatter in viel zu eingefahrenen Bahnen verlaufe.
Fischer meinte dazu, Isemann sei "technisch nicht kompetent". Er solle sich zuerst mit der Netzinfrastruktur der Telekom Austria auseinander setzen, bevor er derartige Aussagen treffe. Die TA habe erst jüngst ihren 64-Gigabit-Datenring durch ganz Österreich geschlossen.
