Hi-Tech-Börse kracht trotz Zinssenkung
Aus Sorge vor einer Rezession in den USA und einem Konjunkturrückgang im Rest der Welt hat die US-Notenbank Federal Reserve ihre Leitzinsen zum dritten Mal in diesem Jahr um je einen halben Prozentpunkt gesenkt.
Der Fed-Offenmarktausschuss verminderte den Tagesgeldsatz bei seiner Sitzung in Washington am Dienstag von 5,5 auf fünf Prozent und machte damit für Investoren den Zugang zu frischem Geld biliger.
Die Währungshüter des Dollar begründeten den Schritt mit den gestiegenen Risiken einer kommenden wirtschaftlichen Schwäche. Notenbank-Präsident Alan Greenspan und die anderen Mitglieder des Offenmarktausschusses verwiesen in einer Erklärung auf mögliche weltweite Konjunkturschwächen.
Langfristige Aussichten unverändert
Die US-Währungshüter betonten indes, die jüngsten Entwicklungen
hätten die langfristigen Wachstumsaussichten nicht wesentlich
vermindert.
Federal ReserveDow Jones bricht ein ...
Mit der Zinssenkung beträgt der Abstand der USA zur Euro-Zone nur noch einen viertel Prozentpunkt: Der maßgebliche Zinssatz in der Währungsunion liegt seit vergangenem Oktober bei 4,75 Prozent.
Das Wall-Street-Barometer Dow Jones aus 30 Industriewerten fiel nach der Bekanntgabe der Fed wieder unter die 10.000-Punkte-Marke und schloss bei 9.720 Zählern fett im Minus.
... auch Nasdaq goutiert Zinssenkung nicht
An der High-Tech-Börse Nasdaq schmolzen die Kursgewinne von zunächst weniger als einem Prozent wieder ab; der Index verharrte schließlich bei 1.930 Punkten und damit klar unter der 2.000er-Marke.
Doch gegen Handelsschluss stürzte der Index um knapp fünf Prozent auf 1.857 Punkte. Der Index der 100 wichtigsten Nasdaq-Aktien stürzte sogar um 6,7 Prozent ab.
Schuld waren die enttäuschten Marktbeobachter: Sie hatten eine Zinssenkung von einem Dreiviertelprozentpunkt erwartet.
Das Vertrauen schwindet. Börsenpsychologisch gesehen herrscht derzeit die letzte Phase vor dem absoluten Tiefpunkt.
