17.03.2001

SORGENFALTEN

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Neue Vorwürfe gegen DT-Chef Sommer

Deutsche Telekom-Chef Ron Sommer und der frühere Finanzvorstand Joachim Kröske sollen nach Berichten der deutschen Nachrichtenmagazine "Focus" und "Der Spiegel" bereits 1998 über die Fehlbewertung der DT-Immobilien unterrichtet worden sein.

"Der Spiegel" zitiert in seiner jüngsten Ausgabe aus Briefen und Beweismitteln, die der frühere DeTe-Immobilien-Chef Frerich Görts im Rahmen einer Klage gegen die Deutsche Telekom vorgelegt habe. Danach habe Görts Sommer und den damaligen Aufsichtsratschef Helmut Sihler 1998 auf die Bewertungsproblematik hingewiesen.

Auch die eigene Konzernrevision habe frühzeitig vor "erheblichen Mängeln" bei der Bewertung gewarnt.

Strafanzeige von DT-Aktionären

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte vor kurzem ihre Ermittlungen zu der Fehlbewertung auf Sommer ausgeweitet. Deutsche Telekom-Aktionäre hatten Strafanzeigen gegen Sommer und Sihler gestellt. "Focus" berichtet, Görts habe Finanzvorstand Kröske am 24. März 1998 darauf aufmerksam gemacht, dass Liegenschaften in Bonn, Düsseldorf, Köln und München um ein Fünftel überbewertet seien.

Anschließend hätten beide mit Sommer gesprochen. In einem "streng vertraulichen Vermerk für Herrn Dr. Kröske" vom 20. April 1998, der "Focus" vorliege, habe Görts dann den Abschreibungsbedarf für 1998/99 auf "mindestens 1,5 bis 2,0 Milliarden Mark" beziffert.

Bodenwerte anno 1995

Die Gutachter hatten laut "Spiegel" Teile des Immobilienvermögens anhand der Bodenwerte von 1995, also des Zeitpunktes, zu dem die Eröffnungsbilanz der Deutschen Telekom erstellt wurde, neu bewertet.

Dabei hätten sie Abweichungen zwischen 700 Millionen und 1,3 Milliarden Mark von den Werten in der Deutsche Telekom -Bilanz festgestellt. Da mit der Neubewertung auch nur einer Immobilie sämtliche Kategorien, in die DT-Gebäude und -Grundstücke aufgeteilt sind, neu berechnet werden müssten, sei ein noch größerer Korrekturbedarf entstanden.