17.03.2001

TRIPLE WITCH

Bildquelle: neuer markt

Schwarze Woche an den Weltbörsen

Gewinnwarnungen führender Technologie-Unternehmen, Zinssorgen und die Furcht der Anleger vor einer harten Landung der US-Wirtschaft haben am Freitag massive Aktienverkäufe in Gang gesetzt.

Die Anleger reagierten auf Ergebniswarnungen seitens Oracle, Compaq Computer und Computer Sciences sowie auf Befürchtungen, dass die US-Notenbank Federal Reserve auf ihrer Sitzung in der nächsten Woche die Leitzinsen nicht energisch genug senken werde, um ein Abgleiten in die Rezession zu verhindern.

Der 30 Standardwerte umfassende Dow Jones-Index verlor 207,97 Punkte oder 2,1 Prozent auf 9823,41. In der Wochenbilanz hat der Index 821 Punkte oder 7,7 Prozent verloren. Das war punktemäßig der stärkste Rückschlag aller Zeiten, doch auf prozentualer Basis stand das Wochenminus nur an 44. Stelle.

Gewinnwarnungen en gros

Ausgelöst wurde die Nasdaq-Schwäche vom Softwarehersteller Oracle, der am Donnerstag nach Handelsschluss eine Gewinnwarnung für das vierte Quartal des Geschäftsjahres abgab, sowie schlechte Nachrichten von Compaq Computer und Computer Sciences.

Compaq warnte vor einem Ertragsrückschlag im ersten Quartal und kündigte den Abbau des Personals um 5000 Stellen an. Computer Sciences [CSC] gab ebenfalls eine Gewinnwarnung und Entlassungen bekannt.

NEMAX 50 auf Allzeit-Tief

Die "schwarze Woche" hat auch für die deutschen Aktien aufgehört wie sie begann: Mit deutlichen Verlusten. Im Wochenverlauf verlor der Deutsche Aktienindex DAX insgesamt 8,2 Prozent. Am Freitag ging das Börsenbarometer mit einem Verlust von 1,47 Prozent auf 5734,49 Punkte aus dem Handel.

Die im NEMAX 50 zusammengefassten Neuer-Markt-Werte gaben 2,11 Prozent auf 1614,44 Zähler nach und schlossen damit auf einem neuen Allzeit-Tief. Im Wochenvergleich verlor der Hoffnungswerte-Index 19,2 Prozent. Der 70 Nebenwerte umfassende MDAX büßte 2,60 Prozent auf 4.450,43 Punkte ein.

SAP als Hauptverlierer

Größter Verlierer waren am Freitag SAP-Vorzüge mit einem Minus von 8,46 Prozent auf 129,99 Euro. Am Markt werde befürchtet, dass der Walldorfer Softwarekonzern mit seinem US-Geschäft ähnlich schwache Ergebnisse wie der US-Konkurrent Oracle erzielen werde.

Ebenfalls unter Druck gerieten am Freutag die übrigen Technologiewerte im DAX: Siemens verloren 5,10 Prozent auf 113 Euro, Epcos büßten 2,96 Prozent auf 63,85 Euro ein und Infineon gaben um 1,25 Prozent auf 39,50 Euro nach.