13.03.2001

FLEXIBEL

Bildquelle: PhotoDisc

Heimarbeit im Netzzeitalter

Trotz der Verbreitung des Internets und anderer moderner Kommunikationstechnologien werden Angestellte nach Ansicht von Experten auch in Zukunft nicht nur vom heimischen Schreibtisch aus arbeiten.

"Die so genannte Tele-Arbeit wird zwar zunehmen, aber sie kann das Zusammengehörigkeitsgefühl und die sozialen Kontakte in einer Firma nicht ersetzen", sagte Professor Ekkehart Frieling vom Institut für Arbeitswissenschaft an der Universität Kassel anlässlich der bevorstehenden Jahrestagung der deutschen Gesellschaft für Arbeitswissenschaft [GfA].

Gleichzeitig warnte er davor, sich nur mit der Arbeit der Zukunft zu beschäftigen und dabei die Probleme der Gegenwart zu vernachlässigen.

Mischform optimal

Am besten bewährt hat sich laut Frieling "fragmentierte Tele-Arbeit" als eine Mischform aus Büro- und Heimarbeit.

Viele Unternehmen haben sich auf solche neuen Möglichkeiten der Arbeitsorganisation bereits eingestellt, indem sie die herkömmlichen Arbeitsverträge durch verbindliche "Zielvereinbarungen" ersetzt haben.

Nicht Arbeitszeit oder Stückzahl sind hier ausschlaggebend für die Bezahlung, sondern entscheidend ist das Erreichen eines Ziels, etwa die Erledigung eines genau bestimmten Aufgabenpensums.

Auf diese Veränderungen müssten allerdings jetzt auch die Gewerkschaften reagieren.

Neue Probleme

Neue Formen von Arbeitsbelastung haben sich unterdessen im Boom-Bereich der Call-Center herausgebildet, erklärte Frieling. "Die Tätigkeiten sind dort im Grunde wie Fließbandarbeit organisiert."

Ebenfalls problematisch sei es, dass das Streben von Unternehmen nach Flexibilität zu immer größeren Anforderungen an die Flexibilität der Beschäftigten führe.