Siemens' schwacher Start an der Wall Street
Eine Gewinnwarnung des Mitbewerbers Ericsson und die schlechte Cisco-Performance haben den Börsenstart des deutschen Siemens-Konzerns in den USA verhagelt.
Die Siemens-Aktie verlor zum Auftakt des Handels an der New Yorker Wall Street mehr als vier Prozent an Wert und schloss um 22.00 Uhr MEZ mit 110,00 USD, was einem Verlust von sieben USD oder 5,98 Prozent entspricht
Für das deutsche Unternehmen "hätte es nicht schlechter kommen können", kommentierte Analyst Theo Kitz von Merck Finck den Börsenstart.
Um 15.30 Uhr [MEZ] hatten Siemens-Vorstandschef Heinrich Pierer, Aufsichtsratsvorsitzender Karl-Hermann Baumann und Finanzvorstand Heinz-Joachim Neubürger an der Wall Street die Eröffnungsglocke geläutet.
Mit dem Börsengang will der Siemens-Konzern sein wichtiges US-Geschäft deutlich ausbauen und profitabler machen. "Das Geschäft in den USA soll ein Juwel werden", schwärmte der Konzernchef anlässlich der Erstnotiz an der US-Börse in New York.
Unmittelbar nach dem US-Listing soll mit einer 25-Millionen-Dollar-Kampagne die Marke Siemens in den Vereinigten Staaten bekannter gemacht werden.
Große Erwartungen ins US-Geschäft
Der US-Umsatz soll nach den Worten von Pierer bis zum
Geschäftsjahr 2002/2003 von zuletzt 16,2 auf 25 Milliarden Dollar
steigen. In diesem Jahr würden es alleine wegen bereits getätigter
Akquisitionen etwa 20 bis 21 Milliarden Dollar sein. Weltweit
verfügt der Konzern derzeit über nahezu 447.000 Angestellte in 190
Ländern.
Siemens-Aktien starten heute an der WallstreetUS-Börsengang soll Bekanntheitsgrad steigern
Schon heute sind zwölf bis 13 Prozent der Siemens-Aktien in den Händen von US-Investoren. Großartige Veränderungen im Aktionärskreis werden von Analysten eher nicht erwartet.
Mit dem Börsengang will Siemens aber auch seinen Bekanntheitsgrad in den USA steigern und das US-Geschäft ankurbeln. Heuer sollen erstmals auch Handys in Nordamerika verkauft werden. Dafür ist bereits eine große Werbekampagne geplant.
Der IPO soll aber auch die Kriegskasse für weitere Übernahmen und Akquisitionen füllen.
Bereits 80.000 Beschäftigte in den USA
Die USA sind schon jetzt vor Deutschland der wichtigste Markt für
Siemens. "Wir haben schon jetzt mehr US-amerikanische Mitarbeiter
als so bekannte Konzerne wie Intel, Cisco oder Microsoft", sagte der
Präsident der US-Zentrale, Gerhard Schulmeyer. Derzeit seien es
80.000 Beschäftigte, künftig sollen es 90.000 werden.
SiemensKonjunkturelle Abkühlung in den USA spürbar
Trotzdem steckt Pierer für 2001 seine Erwartungen nicht allzu hoch: Auch Siemens werde heuer unter einem deutlich gebremsten Wirtschaftswachstum leiden.
Neben einer Abschwächung des Handymarktes registriert der Konzern bereits erste Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung im Bereich des wichtigen Geschäftsfeldes "Automatisierungstechnik".
US-Börsengang von Infineon vor einem Jahr
Vor fast genau einem Jahr ging die Siemens-Tochter Infineon an
die US-Börse. Damals fuhr Infineon-Chef Ulrich Schumacher mit
Rennanzug und Sportwagen vor der Wall Street vor.
Infineon
