Die Gier der Gadgets auf die Daten
Populäre elektronische Gadgets, die eine Verbindung zum Internet aufbauen können, sind eine wachsende Bedrohung für die Privatsphäre, meint der US-amerikanische Computer-Experte Richard Smith.
Laut Smith transferiert eine steigende Anzahl elektronischer Geräte Verbraucherdaten direkt in die Marketingabteilungen der Hersteller.
Dazu zählen moderne Fitness-Monitore, die die Herzschlagfrequenz aufzeichen, ebenso wie digitale Musik-Player, wenn sie die Hörgewohnheiten übermitteln. Mobiltelefone und intelligente Armbanduhren hingegen können ein detailliertes Bewegungsprofil ihres Trägers liefern.
Steigendes Monitoring-Potenzial
"Was mich zunehmend betroffen macht, ist das steigende
Monitoring-Potenzial moderner elektronischer Geräte, die bereits zum
fixen Bestandteil des täglichen Lebens geworden sind. Die meisten
Leute wissen gar nicht, was heute schon alles gemacht werden kann",
sagt Smith.
Privacy FoundationSportbrain: Monitoring von Jogger-Daten
So bietet das US-amerikanische Unternehmen Sportbrain ein Monitoring-Gadget an, das am Gürtel getragen wird und die ermittelten Daten direkt zum Hersteller überspielen kann.
So können Jogger eine Analyse von Leistung und Kalorienverbrauch erhalten, allerdings nicht ohne gleichzeitig in den Genuss zielgruppen-spezifischer Sportbrain-Werbung zu kommen.
Nach Ansicht von Smith könnte diese Analyse ebensogut vom PC des Verbrauchers durchgeführt werden. Dann wäre allerdings nicht die ständige Kontaktaufnahme mit der Website des Herstellers gegeben.
SportbrainDigitaler Bilderrahmen mit Netzanschluss
"User-Tracking ist nichts Neues, jetzt erleben wir allerdings die Integration dieser Technologie in Artikel des täglichen Lebens", warnt Smith.
So hat Kodak einen digitalen Bilderrahmen auf den Markt gebracht, der ans Internet angeschlossen werden kann. Für eine monatliche Gebühr von zehn Dollar [150 ATS] können Bilder direkt per E-Mail an das Gerät übermittelt werden.
Rund 30 bis 40 Unternehmen sind laut Smith derzeit in diesem Segment tätig. "Nur wenige Produkte rechnen sich wirklich", meint Smith. Ökonomischen Sinn machen viele erst dann, wenn man den Wert der gewonnenen Verbraucherdaten einrechet.
Kodak
