11.03.2001

WALL STREET

Bildquelle: FuZo

Siemens-Aktien starten heute an der Wallstreet

Wenn Siemens-Chef Heinrich von Pierer heute in New York den ersten Handelstag von Siemens-Papieren an der Wall Street einläutet, zieht er einen Schlussstrich unter das Zehn-Punkte-Programm, mit dem er vor drei Jahren den Umbau des trägen Industrieriesen Siemens in Angriff nahm.

Der Börsengang in den USA soll nicht nur die Kriegskasse für weitere Zukäufe bilden, sondern auch den Bekanntheitsgrad auf dem amerikanischen Markt steigern.

Das US-Geschäft hat im vergangenen Geschäftsjahr rote Zahlen geschrieben, weshalb von Pierer die US-Präsenz von Siemens "auf den Prüfstein legen will". Verstärkung braucht der Konzern Analysten zufolge vor allem bei der Netzwerksparte ICN.

Pierer: "Präsenz in den USA verstärken"

"Es ist jetzt an der Zeit, unsere Präsenz in den USA grundsätzlich auf den Prüfstein zu legen", hatte von Pierer auf der Hauptversammlung verkündet.

Der amerikanische Markt wird für Siemens immer wichtiger. Der Anteil des in den USA erzielten Umsatzes an den Gesamterlösen stieg in den letzten fünf Jahren von zwölf auf 22 Prozent.

Im letzten Geschäftsjahr war der Auftragseingang aus den USA mit mehr als 19 Milliarden Euro zum ersten Mal größer als aus Deutschland.

Trotz des allgemein schwachen Marktumfeldes für Technologiewerte in den USA halten Experten den Zeitpunkt für ein Listing an der Wall Street für den richtigen.

"Siemens erhält dadurch eine Akquisitionswährung - je schneller, desto besser", sagte ein Analyst.