Intel will Linux-Forschungszentrum in Europa
Intel sucht in Europa nach einem Standort für ein Linux-Forschungszentrum. Der Chipgigant hat in den letzten Monaten verstärkt seine Liebe für das freie Betriebssystem entdeckt.
Trotz der flauen Wirtschaftslage in den USA betont Intel, allein dieses Jahr mehr als 7,5 Milliarden Dollar [rund 110 Mrd. ATS] in die Produktion von Mikroprozessoren und anderer Hardware investieren zu wollen.
Das erste große Entwicklungslabor für Open-Source-Software wurde im Jänner in Portland, Oregon, errichtet, und zwar in Gestalt einer Non-Profit-Allianz von Linux-Distributoren und Hardwareherstellern. Intel trug auch dazu eine Hand voll Dollar bei, nämlich 24 Millionen [rund 350 Mio. ATS].
"Linux ist eine gute Lösung"
In Anbetracht der großen Zahl von Open-Source-Unternehmen und
Telekommunikationsunternehmen in Europa, für die Linux eine gute
Lösung darstellt, möchte Intel nun auch diesseits des Atlantiks ein
derartiges Forschungszentrum auf die Beine stellen. "So etwas würde
meiner Meinung nach absolut Sinn ergeben", meint Pierre Cintra,
technischer Markting-Direktor von Intels E-Business-Abteilung.
Intels Website für EntwicklerLinux-Webserver sollen optimiert werden
"Wir fühlen uns Linux verpflichtet und möchten auch in Europa mit den Entwicklern kooperieren", meint Frank Hoffmeister von Intels Software-Entwicklerabteilung.
Wie in den USA soll es auch in Europa eine Non-Profit-Kooperation zwischen Unternehmen und Open-Source-Entwicklern geben, so Intel.
Ein bereits in Gang gekommenes Projekt hat beispielsweise zum Ziel, die Anzahl der gleichzeitig maximal möglichen TCP/IP-Verbindungen von 20.000 auf 64.000 zu erhöhen.
Durch eine solche Verbesserung könnte die Performance von Webservern weiter gesteigert werden.
Multiprozessorunterstützung verbessern
Ein anderes Projekt möchte die Multiprozessorunterstützung von
Linux verbessern. Sechzehn statt acht Prozessoren gleichzeitig
lautet die Devise. Zu diesem Zweck kooperiert Intel mit dem
japanischen Hardware-Unternehmen NEC.
NECDer Pinguin lässt grüßen
Das frische Linux-Engagement von Intel könnte jedenfalls dazu beitragen, die Sympathiewerte des Chipkonzerns bei den Freunden des freien Betriebssystems zu heben.
Immerhin ist es Konkurrent AMD im vergangenen Jahr gelungen, Intel einiges an Marktanteilen abzuringen.
Insofern erscheint es nicht verwunderlich, wenn Intel nun versucht, aus den bewährten Features von Linux [z.B. Itanium-Unterstützung ab Version 2.1] Kapital zu schlagen.
