"Grammy Awards" verklagen Napster
Nach den großen Musikkonzernen haben auch die Produzenten der Grammy Awards gegen die Internet-Musiktauschbörse Klage eingereicht.
Grund sei der illegale Online-Handel mit Musikdateien von Auftritten bei der jüngsten Verleihung der Musikpreise, sagte Michael Greene, Chef der National Academy of Recording Arts and Sciences, der Nachrichtenagentur Reuters.
Greene warf der Musiktauschbörse vor, für entgangene Einnahmen in Millionenhöhe verantwortlich zu sein. Am Tag nach Verleihung der Grammy Awards habe man im Aufnahmestudio alle Auftritte neu schneiden wollen, um sie dann zu veröffentlichen. Doch dann habe man festgestellt, dass alle Aufnahmen schon über Napster gelaufen und bereits millionenfach heruntergeladen worden seien.
"Napster an Verkaufsrückgang schuld""Glanzstück" bleibt unveröffentlicht
Das Glanzstück des Abends sei ein Duett von Rap-Musiker Eminem und Elton John gewesen, das jetzt vielleicht nie kommerziell veröffentlicht werde, sagte Greene. "Jeder Tag, der vergeht, kostet die Song-Schreiber, die Musiker, die Sänger, die Plattenfirmen und die Unternehmer", sagte Greene.
Die Klage gegen Napster wegen Verbreitung der Mitschnitte der Grammy Awards ging am selben Tag bei dem Gericht in San Francisco ein, an dem dieses zuvor auf Drängen der Musikindustrie eine einstweilige Verfügung gegen Napster erlassen hatte.
72-Stunden-Countdown für Napster
Demzufolge muss die Musiktauschbörse binnen drei Tagen den Tausch
von urheberrechtlich geschützten Titeln unterbinden. Die
Musikunternehmen sollen Napster dazu eine Liste entsprechender Titel
vorlegen. Napster werde dem Urteil nachkommen, versicherte
Firmenchef Hank Barry. Am Sonntag hatte die Tauschbörse mit dem
Blockieren von Musiktiteln begonnen, um einer Schließung zu
entgehen.
Wie Napster Songs sperren muss
