07.03.2001

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New.net rebelliert gegen offizielles DNS

Das kalifornisches Start-up New.net bietet für 25 USD Domain-Names mit eigenen, neuen Endungen an wie etwa ".kids", ".sport", ".travel" und ".xxx".

New.net ist nicht das erste Unternehmen, das Domain-Namen mit unautorisierten Suffixen zum Kauf anbietet. Jedoch scheint es das erste Unternehmen zu sein, das genug Kapital besitzt, um diese Aktion medienwirksam anzukündigen.

"Balkanisierung des Internets"

Doch keines der neuen Suffixe ist von der ICANN [Internet Corporation for Assigned Names and Numbers], dem zuständigen Zentralorgan für die Festlegung der Top-Level-Domains, autorisiert worden.

User, die über keinen der genannten Internet-Service-Provider mit dem Netz verbunden sind, könnten Seiten mit den neuen Endungen also nie sehen.

Falls andere Provider die Endungen nicht übernehmen, stehe eine "Balkanisierung des Internets" bevor, so die Nachrichtenagentur AP.

"ICANN ist zu langsam"

"Die ICANN fällt seine Entscheidungen zu langsam und wir wollen endlich Domain-Namen anbieten, die die Leute wollen", so Dave Hernand, Geschäftsführer von New.net.

Neben einer trägen Entscheidungsfindung werfen Kritiker ICANN willkürliche Beschlüsse und geheime Absprachen vor.

Andrew Mc Laughlin, Chief Policy Officer von ICANN, sieht die Sache gelassen: "Anbieter von nicht abgesegneten Domain-Namen können tun, was sie wollen. Leute, die bereit sind, Geld für solche Alternativen auszugeben, sollten sich der Tatsache bewusst sein, dass diese nicht Bestandteil des offiziellen Domain-Name-Systems sind."