Napster soll offshore weiterbetrieben werden
Der durch sein "Fairtunes"-Projekt bekannte Matt Goyer will unter Napster-Fans Geld sammeln, um Napster-Server im "sicheren Datenhafen" der Firma Hanvenco zu betreiben.
Havenco bietet seit dem letzten Juni einen "sicheren Datenhafen", der über leistungsfähige Satelliten- und Richtfunkverbindungen an das Internet angebunden ist und gegen entsprechende Gebühren allen Unternehmen und Personen offen steht - eine Art Offshore-Datenbank.
Die Operationsbasis von Hanvenco ist "Sealand", eine künstliche Atlantikinsel vor der englischen Ostküste, die aus einer aufgegebenen Bunkeranlage besteht und schon 1967 von ihrem Besitzer Roy Bates zu einem unabhängigen Staat erklärt wurde.
Die Firmenidee von Hanvenco scheint direkt aus Neal Stevensons Cyber-Klasiker "Snow Crash" zu kommen: Das Unternehmen will sich jeglichem - lästigen - staatlichen Zugriff auf seine Geschäfte durch die Übernahme eines selbst erklärten Freistaates entziehen.
Piratennest für DatenfreibeuterSpenden
Goyer hofft, dass er die nötigen 15.000 USD Jahresgebühr für den Betrieb des Servers und die Datenanbindung durch Spenden aufbringen kann.
"Ich bin es leid, zuzusehen, wie sich Napster vor der Musikindustrie verbiegt", erklärt Goyer seine Initiative.
Goyer hat im letzten Herbst Fairtunes gestartet, ein Projekt, das Musikern Einnahmen sichern soll, ohne dass der freie Tausch von Musik im Netz reglementiert werden muss.
Über Fairtunes sollen Konsumenten, die aus dem Netz illegale Kopien von geschützten Songs bezogen haben, den Musikern direkt eine Entlohnung zukommen lassen können.
Freiwillig für "illegale" MP3s zahlen
