06.03.2001

X-RATED

Bildquelle:

"Gewaltfilter" für die MS-X-Box

Microsofts X-Box wird im Herbst mit einer integrierten Filtervorrichtung auf den Markt kommen, die - ähnlich wie der V-Chip bei Fernsehgeräten - Kinder und Jugendliche vor brutalen und Gewalt verherrlichenden Computerspielen schützen soll.

Derzeit kennzeichnet die US-amerikanische Spieleindustrie auf Grund heftigen öffentlichen Drucks jene Computerspiele freiwillig, die besonders brutale Gewalt- oder Sexszenen enthalten.

Allerdings war ein "Gewaltfilter" noch niemals zuvor integraler Bestandteil einer Spielkonsole. Microsoft will seine X-Box ganz offensichtlich zur "garantiert sauberen" Konsole machen, der Eltern ihre Jugendlichen bedenklos anvertrauen können.

Spiele werden strenger bewertet als Spielfilme

Bereits seit 1994 bewerten rund 100 repräsentativ ausgewählte Tester - von der Hausfrau bis zum pensionierten Lehrer - im Auftrag der US-amerikanischen Spieleindustrie Videospiele und auch rund drei Viertel der Computerspiele.

Zur großen Enttäuschung vieler Jugendlicher sind die Bewertungen für Video- und Computerspiele wesentlich strenger als vergleichbare Bewertungen für Spielfilme.

Während in jugendfreien Spielfilmen der Gebrauch von Drogen oder harmlose Sexszenen vorkommen können, werden entsprechende Videospiele mit dem Prädikat "Nur für Erwachsene" versehen.

Ein Analyst von Jupiter Research rechnet mit gemischten Reaktionen aus der Spielergemeinde: "Ein Teil der Spieler wird versuchen, den Schutzmechanismus zu hacken. Die anderen werden ihn wohl als kleineres Übel akzeptieren."