02.03.2001

UMSTRITTEN

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"Internet wird kein Massenmedium"

Das Internet wird sich einer Studie zufolge auf absehbare Zeit nicht zu einem Massenmedium wie Radio und Fernsehen entwickeln.

"Im Gegensatz zum einfachen Telefon oder einem Radio mit drei Knöpfen ist das WWW mehr denn je eine kompliziert zu bedienende Angelegenheit", kommentiert der deutsche Zukunftsforscher Matthias Horx die Ergebnisse seiner Studie "Die Zukunft des Internets".

Horx gilt als einer der renommiertesten Trend- und Zukunftsforscher im deutschsprachigen Raum. Freilich stoßen nicht alle seiner "Erkenntnisse" auf Zustimmung in der Kollegenschaft.

"Breitennutzung wird nicht steigen"

Der Gründer des Hamburger "Zukunftsinstituts" dämpft die Internet-Euphorie der vergangenen fünf Jahre. Der Anteil der Menschen, die das weltweite Datennetz nutzen, werde zwar steigen, nicht aber die Breitennutzung.

"Menschen sind überfordert"

Die Menschen seien überfordert mit der Technik und Informationsvielfalt. Dafür würden so genannte "Stamm-User" das Netz umso mehr nutzen - darunter vor allem Akademiker, Selbstständige und hoch Gebildete mit gutem Einkommen.

Die "digitale Spaltung" zwischen Viel- und Nichtnutzern könne unter anderem durch eine höhere "digitale Bildung" der Menschen gemildert werden. Auch ein einfacher und billiger Zugang zum Internet jenseits des PCs sowie leicht zu bedienender und sichererer Software sei nötig.

"Logistikproblem muss gelöst werden"

Die Zukunft des E-Commerce werde Horx zufolge nur dann rosig sein, wenn das Logistikproblem gelöst wird. Würden die Menschen künftig 50 Prozent aller Waren online bestellen, wären alle Städte rund um die Uhr verstopft.

Erst mit einer besseren Warenverteilung könne der Durchbruch gelingen. "Die Zukunft des E-Commerce entscheidet sich vor der Haustür", glaubt der Trendforscher und entwirft ein Lösungskonzept nach dem Vorbild von Japans ortsnahen "24-Stunden- Bequemlichkeitsläden": Die Ware wird online bestellt und bei einem ortsnahen Verteiler abgeholt.

Studie "Die Zukunft des Internets"

Für die Studie "Die Zukunft des Internets" wertete der Zukunftsforscher eine Reihe von Analysen, Branchenreporten sowie Kommentaren zum Internet und seiner Entwicklung aus, unter anderem von den Marktforschungsinstituten Forrester, Forsa und Allensbach.