26.02.2001

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Hintergründe des Einbruchs bei Microsoft

Microsofts Vizepräsident Bob Herbold gab letzten Freitag innerhalb eines Vortrags an der University of Washington zum ersten Mal detaillierte Angaben zum Angriff auf Microsoft im vergangenen Oktober bekannt.

Der Angreifer konnte sich Eintritt verschaffen, da ein Angestellter bei der Konfiguration eines Servers das Passwort zu setzen vergaß, so Herbold.

"Es liegt nicht an der Technik, es sind die Leute", so Herbold. "Wenn wir Fehler zurückverfolgen, treffen wir immer auf menschliches Versagen als Ursache."

Trojaner-Lücke nicht bestätigt

Herbold sagte, der Hacker konnte in das System über den Comnputer eines Microsoft-Angestellten eindringen. Spekulationen über einen Trojaner-Virus als Ursache für das Eindringen wollte Herbold nicht bestätigen.

Einmal eingedrungen, suchte der Hacker nach einem Server mit blankem Passwort. Bis vor der Veröffentlichung von Windows 2000 sei die Server-Software von Microsoft ursprünglich ohne Passwort ausgeliefert worden, und Administratoren vergaßen manchmal, das Passwort zu setzen.

Der Server mit blankem Passwort sei für einen Kunden gewesen, so Herbold.

Steht alles in der Anleitung

Anschließend suchte der Angreifer nach Passwörtern, die einfach zu entziffern waren.

Als der Hacker Zugang zu immer höheren Sicherheitsstufen suchte, begann ihn Microsoft zu bemerken und verständigte das FBI. Die Untersuchung läuft noch.

Für Richard Stannon, Security-Direktor bei Gartner, beweist der Angriff, dass Benutzer besser geschult werden sollten. Dass das Passwort geändert werden müsse, stehe schließlich in der Anleitung von Microsoft.