Erste Details zu Napsters Gebührenschema
Napster und der Bertelsmann-Konzern haben der Plattenindustrie eine Milliarde USD angeboten, um eine mögliche gerichtliche Schließung abzuwenden.
Wie Vertreter von Napster und Bertelsmann am Dienstag in San Francisco mitteilten, sollen in den kommenden fünf Jahren allein die vier größten Musikverlage zusammen jährlich 150 Millionen USD erhalten. Für die unabhängigen Labels seien jährlich 50 Millionen USD vorgesehen.
Dafür sollten die Plattenfirmen mit Napster im Streit um angebliche Verletzung der Urheberrechte eine außergerichtliche Einigung finden.
War is over - if they want it
In der vergangenen Woche hatte ein US-Gericht eine von der
Musikindustrie angestrengte einstweilige Verfügung in Grundzügen
bestätigt. Zwar wurde die Tauschbörse nicht geschlossen, doch
äußerten die Richter ernste Bedenken gegen das kostenlose
Herunterladen von Musikstücken und machten Napster für die
Einhaltung der Urheberrechte verantwortlich.
Vermittler im Napster-Prozess ernanntAufforderung an die Musikindustrie
Nach eigenen Angaben wird Napster weltweit von 61 Millionen Menschen genutzt. "Dieser Gemeinschaft sollte es erlaubt werden, zusammen zu bleiben", sagte Napster-Chef Hank Barry.
"Wir sollten uns zusammensetzten und die Sache erledigen", forderte er die Musikindustrie auf.
Bertelsmann E-Commerce GroupErste Details zum Napster-Gebührenschema
Hank Barry und Andreas Schmidt, der Chef der E-Commerce-Abteilung von Bertelsmann, erläuterten zudem Pläne, wie für die bisher kostenlose Tauschbörse künftig Gebühren erhoben werden sollen.
Demnach müssen Napster-Nutzer bald für eine begrenzte Anzahl an hertuntergeladenen Musiktiteln drei bis fünf USD im Monat zahlen. Ein unbegrenzter Zugriff solle zwischen sechs und neun USD kosten.
Musikindustrie drängt auf Lösung
Die Bertelsmann Music Group [BMG], die nach ihrem Bündnis mit Napster ihre Klage zurückgezogen hatte, begrüßte den neuen Vorschlag als "positiven Schritt", der die Musikindustrie zur Zusammenarbeit mit der Tauschbörse veranlassen werde.
Die Chefin des US-Plattenindustrieverbandes RIAA, Hilary Rosen, appellierte indes an Napster, sich an die Gerichtsentscheidungen zu halten, das Verfahren nicht in die Länge zu ziehen und alles zu tun, um die Musikbörse ohne Gesetzesverstöße zu betreiben.
Das Unternehmen habe bereits ein Jahr lang Zeit gehabt, seine Geschäftspraktiken zu ändern, monierte Rosen.
