Die absolut sicherste Verschlüsselungsmethode
Ein Harvard-Professor behauptet, die erste mathematisch nachweisbar nicht zu knackende Verschlüsselungsmethode entwickelt zu haben, die gleichzeitig auch noch praktikabel ist.
Das von Michael Rabin zusammen mit seinem Studenten Yan Zong Bing entwickelte Verfahren setzt dabei auf Schlüssel, die nur ein Mal verwendet und dabei nicht gespeichert werden.
Als Schlüsselmaterial dienen dabei zufällige Datenströme, die beispielsweise von einem TV- oder Kommunikationssatelliten kommen können.
Dass es bisher in erster Linie eine Frage des Aufwandes, also vor allem der Rechenleistung, war, einen Code zu knacken, zeigte auch der als härtester Dekodierungs-Wettbewerb der Welt geltende "The Cipher Challenge" des Autors Simon Singh.
"Härtester Code der Welt" geknacktGrenzen der Speicherfähigkeit
Die Zahlensequenz aus dem zufälligen Datenstrom, die zum Ver- und Entschlüsseln benutzt wird, soll beim gesamten Vorgang nicht gespeichert werden. Die gesamte Sequenz kann dabei so groß werden, dass ein potenzieller Lauscher schlicht an die Grenzen der Speicherfähigkeit seines Systems stößt.
Empfänger und Sender der sicher zu übermittelnden Nachricht müssen sich für das Verfahren zunächst mit einem herkömmlichen Verschlüsselungsprogramm auf eine Start-Zahlenfolge, den Startzeitpunkt und die Quelle des zufälligen Datenstroms einigen.
Erfolgt das kurz vor der Übermittlung der eigentlichen Botschaft, haben Lauscher keine Chance mehr: Haben sie den herkömmlichen Code geknackt, lässt sich der Zufallsdatenstrom nicht wiederherstellen - und speichern lassen sich alle in Frage kommenden zufälligen Datenströme auf keinen Fall.
"Das ist der erste Code, der nachweislich unknackbar und gleichzeitig praktikabel ist", kommentiert Rabin: "Es ist wie in alten 'Mission Impossible'-Folgen: Die Nachricht erscheint und verschwindet dann für immer."
Ein Verschlüsselungstool für den täglichen Gebrauch, das den Aufwand der Entschlüsselung sehr hoch treibt, ist PGP, das von den US-Behörden deshalb jahrelang unterdrückt wurde.
PGP zum Export freigegebenTheoretischer Erfolg
Rabin weist vor allem darauf hin, dass seine Methode auch dann noch sicher ist, wenn der Besitzer zur Herausgabe des Schlüssels gezwungen werden soll, beispielsweise von der Polizei. Da der Schlüssel aber nicht gespeichert ist, kann er auch unter Zwang nicht ausgehändigt werden.
Allerdings dürfte Rabins Methode, auch wenn sie allen Überprüfungen standhält, in erster Linie ein theoretischer Erfolg sein, da bisher verfügbare Systeme zwar prinzipiell knackbar sind, aber der Aufwand dafür schon jetzt so hoch ist, dass praktisch von einer sicheren Kommunikation gesprochen werden kann.
