19.02.2001

INPOL

Bildquelle: LAPD

Finanzielles Desaster bei Polizei-Computersystem

Die Einführung eines neuen Computersystems bei der deutschen Polizei droht Medienberichten zufolge zu einem technischen und finanziellen Desaster zu werden.

Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, erschweren Planungsfehler in den Ländern den Aufbau eines bundesweiten Fahndungssystems.

Das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus" berichtete, zusätzlich zu den offiziellen Kosten von 100 Millionen DM [51,1 Mio. Euro] gebe es ein Defizit von rund 70 Millionen Euro.

Teure Daten

Nach Informationen des "Spiegels" wurde 1998 der Aufbau eines neuen, bisher 127,8 Millionen Euro teuren Fahndungscomputers beschlossen. Im Oktober solle dieser das bisherige System ablösen.

Eine BKA-interne Arbeitsgruppe befürchte allerdings beim Datentransfer ein "hohes Risiko an Datenverlusten und Ausfallzeiten". Ursache seien unterschiedliche Computersysteme in den einzelnen Ländern, die nur schwer kompatibel seien.

Momentan seien lediglich Rheinland-Pfalz und Hamburg fit für den Datenverbund. Durch Parallelbetrieb von altem und neuem System entstehen allein dem BKA laut "Spiegel" monatlich rund 500.000 Euro Kosten. Dazu kämen Kosten in fast der gleichen Höhe in den meisten Ländern.