17.02.2001

AUSGEBRANNT

Bildquelle: fuzo

Eingeschränkte Nutzung bei Napster

Napster-User müssen schon bald mit Einschränkungen leben. Napster-Chef Hank Barry teilte gestern Abend in Kalifornien mit, dass das Unternehmen zusammen mit dem Bertelsmann-Konzern eine neue Technologie einführe.

Mit der von den beiden Firmen erarbeiteten Lösung wird Napsters Peer-to-Peer-Struktur aufrechterhalten werden. Sie erlaube zwar weiterhin einen Austausch und das Herunterladen von Musiktiteln aus dem Internet, doch könne sie verhindern, dass die Songs anschließend auf CDs gebrannt werden.

Technische Details der neuen Technologie wollten Napster und Bertelsmann noch nicht bekannt geben. Nur soviel: Sie wird den Austausch von MP3-Dateien erlauben, wobei der Datei beim Transfer von einem Napster-Nutzer zum anderen eine Art Sicherungselement hinzugefügt wird. Die Napster-Benutzersoftware wird zur Unterstützung dieser Schutzfunktion erweitert. Die Lösung wird keine bereits bestehende Mehrzweck-DRM ["multi-purpose DRM"] verwenden, sondern eine völlig neue Sicherheits-Architektur, die spezifisch auf die Anforderungen des File-Sharing zugeschnitten ist.

Software made in Germany

Entwickelt werde die neue Technologie von der Bertelsmann-Tochter Digital World Service [DWS], die Digital Rights Management [DRM]-Lösungen und -Dienstleistungen zum Schutz von Urheberrechten entwickelt und anbietet.

Digital World Service soll die Technologie zur sicheren Verwaltung von im Filesharing-Verfahren getauschten Musik-Dateien bei Napster auch implementieren.

Übereinkunft mit Musikfirmen

Napster und Bertelsmann bezeichneten die gestern vorgestellte Technologie als "entscheidenden Schritt auf dem Weg zur Etablierung eines neuen, auf Mitgliedschaft basierenden Geschäftsmodells."

Napster-Chef Barry sprach auch von einem neuen Beweis dafür, dass Napster sich ernsthaft bemühe, eine Übereinkunft mit den Musikfirmen zu erreichen. Barry hob erneut hervor, dass Napster so bald wie möglich einen auf Mitgliedschaft basierten Dienst einführen wolle.

Die Ankündigung erfolgte nur einige Tage nach dem Urteil eines US-Gerichts, das den künftigen Stopp des Tauschs urheberrechtlich geschützter Lieder verfügte. Napster entging damit zwar einer Abschaltung, muss aber in Zukunft seine Server nach urheberrechlich geschützten Titeln durchsuchen und deren freien Tausch verhindern.