14.02.2001

LAW & ORDER

Bildquelle: ORF ON

Napster droht der Konkurs

Nach dem Urteil gegen die Online-Musiktauschbörse Napster könnte dem Unternehmen nach Einschätzung von Branchenexperten das Geld ausgehen.

Napster könnte mit Schadenersatzforderungen in Milliardenhöhe seitens der Musikindustrie konfrontiert werden, sagte Phil Leigh, Analyst beim US-Institut Raymond James and Associates, am Dienstag [Ortszeit] in Los Angeles.

Napster habe bisher aber nur rund 17 Millionen Dollar [18,2 Mio. Euro] Risikokapital bekommen.

Hank Barry ohne Bedenken

Napster kann nach dem Urteil vom Montag für den kostenlosen Tausch geschützter Musikdateien haftbar gemacht werden.

Napster-Chef Hank Barry sagte, die finanziellen Ressourcen des Unternehmens seien ausreichend, um Napster weiter betreiben zu können. Napster werde gegen das Urteil in Berufung gehen.

Napster forderte seine Mitglieder zudem auf, sich beim US-Kongress für den Erhalt der Tauschbörse einzusetzen.

Potenzieller Käufer Bertelsmann

Wenn die Zahl der aktiven Napster-Nutzer auf einen Bruchteil sinke, könnte Napster einen Verkauf anstreben, sagte Analyst Leigh.

Als potenzieller Käufer liege dann Bertelsmann nahe. Der Gütersloher Konzern war im Herbst mit Napster eine Allianz eingegangen. Danach soll die Bertelsmann eCommerce Group [BeCG] Napster mit Hilfe eines Kredits in ein kostenpflichtiges Angebot umwandeln, die Bertelsmann Music Group [BMG] soll anschließend Napster ihr digitalisiertes Repertoire zur Verfügung stellen und ihre eigene Klage gegen das Unternehmen fallen lassen.

Die BeCG hat im Rahmen der Allianz die Option, sich an Napster zu beteiligen. Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters teilte die BeCG mit, das Unternehmen nehme zu Spekulationen keine Stellung.