CEO Capellas warnt vor Umsatzrückgängen
Der Chef des weltgrößten Computerherstellers Compaq, Michael Capellas, erwartet für das erste Halbjahr 2001 ein Umsatzplus von knapp fünf Prozent im Konzern.
"Im Jahr 2000 hatte Compaq ein Umsatzwachstum von zehn Prozent. In der ersten Hälfte des neuen Jahres dürften es dagegen nur knapp die Hälfte sein", sagte Capellas in einem Interview mit dem "Spiegel".
Zur Entwicklung des Computergeschäfts sagte der Konzernchef, es werde immer schwieriger, mit PCs Geld zu verdienen.
6 bis 8 Prozent plus 2001 gesamt
Im Schlussquartal 2000 war Compaq in Folge von Sonderabschreibungen in Milliardenhöhe trotz eines deutlichen Gewinnanstiegs in die roten Zahlen gerutscht. Für das erste Quartal 2001 gehe Compac von einem Nullwachstum aus, sagte Capellas weiter. "Ehe es dann wieder aufwärts geht."
Für das Gesamtjahr 2001 erwartet Compaq nach früheren Angaben ein Umsatzwachstum von sechs bis acht Prozent.
Kurseinbruch nach Gewinnwarnung"Irgendwelche klobigen Kisten"
Nach Einschätzung des Konzernchefs wird die klassische PC-Industrie allmählich zur "Old Economy" der Informationstechnologie.
"Unsere Aufgabe wird künftig nicht darin bestehen, den Leuten nur irgendwelche klobigen Kisten auf den Tisch zu stellen", sagte Capellas.
PCs weniger als die Hälfte des Umsatzes
Inzwischen würden PCs ohnehin weniger als die Hälfte des Umsatzes
bei Compaq ausmachen. Deutlich rasanter entwickle sich dagegen das
Geschäft mit Hochleistungsspeichern und Servern.
Supercomputer mit 100 TFlops500 Millionen Dollar für Handhelds
Zudem gehe es darum, eine "völlig neue Generation" von teils drahtlosen, teils auf spezielle Anforderungen zugeschnittenen Internet-Zugangsgeräten zu entwickeln, sagte Capellas.
Ein erster Schritt in diese Richtung sei der iPaq, ein kleiner, Internet-fähiger Handcomputer, den Compaq seit wenigen Monaten vertreibt.
Zuletzt hatte Capellas auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos für diese Computer-Familie in Europa einen Jahresumsatz 2001 von etwa 500 Millionen Dollar prognostiziert.
