Neuer Bug in i-Mode-Handys
NTT DoCoMo hat wieder einmal technische Probleme mit seinen i-Mode-Handys. In 230.000 neuen Modellen ist ein Softwarefehler entdeckt worden, der die Geräte beim Aufsuchen von manchen i-Mode-Seiten zum Absturz bringt.
Das Tückische daran: Wenn man die Geräte wieder einschaltet, können Daten gelöscht werden. Ein Sprecher von NTT DoCoMo berichtete heute in Tokio von gelöschten Telefonnummern, E-Mail-Adressen, Booksmarks sowie Programmen, die von i-Mode-Sites heruntergeladen wurden.
Handys sind nicht im Bilde
Konkret ist das von Matsushita Communication hergestellte Handy-Modell P503i von der fehlerhaften Software betroffen. Es ist eines von zwei neuen Handys, die Ende letzten Monats im Zuge eines Upgrades der von i-Mode angebotenen Dienste ["i-appli''] auf den Markt gebracht wurde. NTT DoCoMo teilte heute mit, dass der Fehler im Zusammenhang mit Darstellung von Bildern auf den P503i-Displays steht, und eine Rückholaktion für das betroffenen Handy-Modell gestartet wurde.
18 Millionen i-Mode-Kunden in Japan
Ähnlich wie das in Europa eingeführte, aber weniger
leistungsfähige WAP ermöglicht es i-Mode, per Handy auf speziell
konzipierten Internet-Seiten zu surfen und E-Mails zu empfangen. In
Japan wird der Dienst seit Februar 1999 angeboten und ist mit
bereits 18 Millionen Kunden anders als WAP ein Riesenerfolg.
Englischsprachige i-Mode-WebsiteNicht der erste Bug
Bereits Anfang der Woche musste NTT DoCoMo den Rückruf von 100.000 i-Mode-Handys anordnen. Betroffen waren dabei auch von Sony und Ericsson produzierte Modelle, die eine Reihe von Programmierfehlern aufwiesen.
So fiel etwa bei einem Handy-Modell, auf dem sich Musik speichern läßt, bei eingehenden Anrufen regelmäßig die Stromversorgung aus.
Ein anderes gab bei hinausgehenden Telefonaten die Nummer des Anrufers mit "1234567" an. Weitere Fehler: Der Wochentag wurde nie korrekt angegeben; die Handy-Displays konnten die vor allem für das Ansehen der populären "Hello Kitty"-Sites essentielle Farbe Rosa nicht darstellen.
Programmierfehler liess Polizei ausrücken
Einen besonders spektakulären Bug produzierte i-Mode im August
des letzten Jahres. Japanische Jugendliche, die über ihr Handy an
einem Online-Liebesquiz teilgenommen haben, sind wegen eines
Programmfehlers mit dem Polizeinotruf verbunden worden. Auf die
Frage, ob sie "aus derselben Tasse wie ihre erkältete Freundin oder
Freund trinken" würden, sei bei einem "Ja" automatisch die
Notrufnummer angewählt worden, klagte die japanische Polizei damals.
NTT DoCoMo rechtfertigte sich damals damit, dass "irgendwo im
Programm ein Fehler verborgen" sei.
Überraschung mit dem Internet-Handy
