Umweltverträglichere Handyproduktion
Mehr als eine Milliarde Mobiltelefone werden voraussichtlich Ende des kommenden Jahres weltweit eingesetzt.
Angesichts der wachsenden Berge aus Elektronikschrott ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch außerhalb der EU [hier wahrscheinlich ab 2003] Pflicht wird, gebrauchte Elektronikgeräte zurückzunehmen.
Viele Hersteller analysieren daher bereits jetzt die Lebensdauer ihrer Geräte und versuchen, sie vor Produktionsbeginn umweltverträglicher zu gestalten.
Dieses Vorgehen wird durch Regelungen wie die EU-Richtlinie zum Elektroschrott für die Hersteller auch ökonomisch zu einem wichtigen Faktor.
EU-Richtlinie
Elektroschrott wie alte Computer, Waschmaschinen und Radios soll
in Europa künftig von den Herstellern auf eigene Kosten entsorgt
werden. Das sieht ein EU-Richtlinien-Entwurf vor, den die Kommission
im letzten Juni in Straßburg verabschiedet hat.
Wohin mit dem Computer-MüllbergMethodik
Ein einfaches und schnelles Verfahren, um mit möglichst wenig bedenklichen Inhaltsstoffen auszukommen und den gesamten Prozess zu optimieren, bietet die EE-Toolbox ["Environmental Engineering"] des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration [IZM] in Berlin.
Der weltweit größte Hersteller von Mobiltelefonen, Nokia, hat bereits eine Studie mit der Toolbox des IZM durchgeführt und optimiert mit den Erkenntnissen Design und Produktion seiner Geräte.
Die Analyse beginnt damit, Art und Menge der verwendeten Substanzen zu erfassen. Ein Handy besteht zu mehr als der Hälfte seines Gewichts aus verschiedenen Kunststoffen. Bei den Metallen führt Kupfer - andere Bestandteile wie Nickel, Blei oder Silber liegen im Bereich von einem Prozent oder darunter. Werden die Inhaltsstoffe in der ersten Stufe der Toolbox danach bewertet, wie toxisch sie für Mensch und Umwelt sind, so bietet sich ein anderes Bild. Den größten Anteil bilden die Schwermetalle - Kunststoffe können fast vernachlässigt werden.
Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration"Grüne" Elektronik
Problematische Metalle lassen sich zwar nicht ohne weiteres durch harmlosere Legierungen ersetzen, doch können die Hersteller die Probleme in der Planung der Produkte bereits früher erkennen und berücksichtigen.
Deutlich wird durch die IZM-Analyse auch, welche Recyclingverfahren besonders wichtig sind und daher verstärkt ausgebaut werden sollten.
"Nach dem toxischen Potenzial der Inhaltsstoffe wenden wir weitere Stufen unserer Toolbox in der Praxis an", betont Hansjörg Griese vom Fraunhofer-Institut.
"Wir erfassen, wie viel Energie bei der Produktion der Rohstoffe und der Geräte aufgewendet wird. Ebenso bedeutsam ist der Energieverbrauch der Geräte selbst sowie eine Umweltanalyse der verschiedenen Recyclingschritte und der dabei anfallenden Kosten."
So soll ein umfassendes Bild vom Lebenszyklus elektronischer Geräte enstehen, damit diese langfristig umweltverträglicher werden.
Beim Kauf von Elektrogeräten müssen Verbraucher laut dem deutschen Zentralverband Elektrotechnik und Elektroindustrie [ZVEI] allerdings ab 2003 durch die geplante EU-Richtlinie zur Entsorgung von Elektroschrott mit höheren Preisen rechnen.
Elektroschrott-Richtlinie bringt höhere Preise
