06.02.2001

ELEKTROSCHROTT

Bildquelle: orf-on

Umweltverträglichere Handyproduktion

Mehr als eine Milliarde Mobiltelefone werden voraussichtlich Ende des kommenden Jahres weltweit eingesetzt.

Angesichts der wachsenden Berge aus Elektronikschrott ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis es auch außerhalb der EU [hier wahrscheinlich ab 2003] Pflicht wird, gebrauchte Elektronikgeräte zurückzunehmen.

Viele Hersteller analysieren daher bereits jetzt die Lebensdauer ihrer Geräte und versuchen, sie vor Produktionsbeginn umweltverträglicher zu gestalten.

Dieses Vorgehen wird durch Regelungen wie die EU-Richtlinie zum Elektroschrott für die Hersteller auch ökonomisch zu einem wichtigen Faktor.

Methodik

Ein einfaches und schnelles Verfahren, um mit möglichst wenig bedenklichen Inhaltsstoffen auszukommen und den gesamten Prozess zu optimieren, bietet die EE-Toolbox ["Environmental Engineering"] des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration [IZM] in Berlin.

Der weltweit größte Hersteller von Mobiltelefonen, Nokia, hat bereits eine Studie mit der Toolbox des IZM durchgeführt und optimiert mit den Erkenntnissen Design und Produktion seiner Geräte.

"Grüne" Elektronik

Problematische Metalle lassen sich zwar nicht ohne weiteres durch harmlosere Legierungen ersetzen, doch können die Hersteller die Probleme in der Planung der Produkte bereits früher erkennen und berücksichtigen.

Deutlich wird durch die IZM-Analyse auch, welche Recyclingverfahren besonders wichtig sind und daher verstärkt ausgebaut werden sollten.

"Nach dem toxischen Potenzial der Inhaltsstoffe wenden wir weitere Stufen unserer Toolbox in der Praxis an", betont Hansjörg Griese vom Fraunhofer-Institut.

"Wir erfassen, wie viel Energie bei der Produktion der Rohstoffe und der Geräte aufgewendet wird. Ebenso bedeutsam ist der Energieverbrauch der Geräte selbst sowie eine Umweltanalyse der verschiedenen Recyclingschritte und der dabei anfallenden Kosten."

So soll ein umfassendes Bild vom Lebenszyklus elektronischer Geräte enstehen, damit diese langfristig umweltverträglicher werden.