IBM setzt auf Linux
Der Computerriese IBM investiert immer mehr Geld in das freie Betriebssystem Linux. Auf der Fachmesse LinuxWorld in New York und Paris kündigte der Konzern an, weltweit in den nächsten drei Jahren 330 Millionen USD [351 Mio. Euro] in das Kundenservice für die Einrichtung von Linux-Infrastruktur zu investieren.
Allein in Europa gibt IBM bis 2004 bereits 213 Millionen USD für den Test von Linux-Anwendungen in dafür ausgerüsteten Labors aus.
Ein Projekt mit Shell beschäftigt sich mit der Entwicklung eines Supercomputers für die Erdölförderung, der auf Linux basiert und an der Grenze zwischen wissenschaftlichen und kommerziellen Anwendungen arbeitet.
Shell und IBM mit weltgrößtem Linux-RechnerWachstum von Linux schneller als bei NT
Zwar steht Linux als Betriebssystem bei neu ausgelieferten Großrechnern [Servern] hinter dem Konkurrenten Windows NT von Microsoft zwar noch auf Platz zwei, sei jedoch mit einem Plus von 24 Prozent im vergangenen Jahr "die am schnellsten wachsende Plattform überhaupt", so IBM.
Die lange Verzögerung des erst seit Anfang des Jahres erhältlichen Linux-Kernels 2.4 bedeute für IBM keine unübliche Verspätung. Das bisherige Prinzip der Weiterentwicklung und Autorisierung solle beibehalten werden und garantiere, dass Linux ein extrem stabiles und sicheres System bleibt.
Der Linux-Kernel 2.4 kann nun ein Maximum von 4,2 Milliarden Usern und Usergruppen verwalten. Auf x86-Hardware werden bis zu 64 GB RAM, bis zu 16 Netzwerkkarten, zehn IDE-Kontroller, mehrere Prozessoren und jede Menge nützlicher Hardware unterstützt. Die Dateigrößenbeschränkung von zwei Gigabyte ist ebenso gefallen. Damit wird Linux eine Option in vielen neuen Anwendungsumgebungen.
Der neue Linux-Kernel - upside downKeine Kontrolle durch ein Unternehmen
IBM werde weiterhin die Unabhängigkeit des anfangs vor allem bei Hackern beliebten Betriebssystems unterstützen. "Es ist Voraussetzung für den Erfolg von Linux, dass dies ein Standard bleibt, der nicht von einem Unternehmen kontrolliert wird."
