Funknetz rettet Hirsche
Hirsche werden in Washington, nordöstlichster Bundesstaat der USA und Heim von Microsoft, durch ein Sendegerät am Hals vor dem Tod auf der Schnellstraße bewahrt.
In Amerika ist die Gegend um Seattle ebenso bekannt für Innovationen im High-Tech-Sektor wie für das Umweltbewusstsein ihrer Bewohner.
Die Stelle, an der Fortschritt und Natur kollidieren, ist der Highway 101. Eigens für die vielen pendelnden IT-Spezialisten geschaffen, wurde der Highway bald zum Todesstreifen für das Wild, darunter auch für den vom Aussterben bedrohten Roosevelt-Elch.
Von dieser massiven, bis zu 500 Kilogramm schweren Hirschart lebten vor sechs Jahren nur noch 50 Tiere im nahen Olympic-Nationalpark. "Mindestens 15 unserer Tiere sind in den vergangenen fünf Jahren auf der Strecke überfahren worden", erklart Jack Smith, staatlicher Aufseher im Nationalpark.
Keine Elche im InternetDrastische Maßnahmen wie die Vertreibung der Tiere durch bellende Hunde wurden allerdings von Tierschützern verhindert.
Stattdessen stehen nun auf einer Länge von sechs Meilen Schilder mit der Aufschrift "Elk-X-ING" [Vorsicht, Hirsche kreuzen] am Straßenrand. Die Tiere tragen Sender am Hals. Kommt die Herde dem Highway nahe, lösen sie ein Blinksignal auf den Straßenschildern aus.
Die Maßnahme trägt bereits Früchte. Die Herde wächst. Lediglich Besitzer von Vorgärten werden sich über diese Produktivität nicht freuen: Wie man die Tiere von diesen fernhält, ist noch nicht bekannt.
