Ultimatum des Betriebsrats an den TA-Vorstand
Der Ton zwischen Gewerkschaft und dem Vorstand der Telekom Austria [TA] über den geplanten Abbau von 5.000 TA-Mitarbeitern wird schärfer.
Ein Ultimatum steht im Raum: Wenn bis Ende dieser Woche der Personalplan nicht vorliege, würden punktuelle Leitungsstilllegungen überlegt, hieß es heute aus Gewerkschaftskreisen zur APA.
"Wir planen derzeit keine Kampfmaßnahmen", betonte dagegen der Betriebsrat der Telekom Austria, Robert Sulzbacher.
Die Gespräche mit dem TA-Vorstand seien noch im Laufen, die Frist für den Personalplan laufe bis zur ersten Februarwoche. Würden die Forderungen der Gewerkschaft - genaue Zahlen über den Personalabbau, Definition der Geschäftsbereiche, Alternativmodelle - bis dahin nicht erfüllt, werde man "weitere Maßnahmen überlegen".
Welche Maßnahmen das sein könnten, darauf wollte Sulzbacher nicht eingehen. Ausdrücklich dementiert hat der Telekom-Gewerkschafter, dass eine der punktuellen Maßnahmen die Stilllegung von Leitungen wäre, wie das am frühen Nachmittag andere Gewerkschafter als Drohung in den Raum gestellt hatten.
Bereits vergangene Woche hatte TA-Betriebsrat Robert Sulzbacher mit Streik gedroht, sollte die Gewerkschaft nicht detaillierter als bisher vom Personalabbau und -umbau informiert werden.
Streit um Personalabbau der TelekomMassenentlassungen
Wie berichtet ist der geplante Personalabbau durch einen Sozialplan abgesichert, dem die Gewerkschaft an sich bereits zugestimmt hat.
Im Vorjahr hatte die TA im Zuge eines früheren Sozialplans bereits 1.000 Mitarbeiter abgebaut.
Rund 850 Mitarbeiter, die 2001 und 2002 das 55. Lebensjahr erreichen, sollen heuer in Frühpension gehen, für rund 2.000 wird es mit "Golden Handshakes" großzügige Abfertigungsregelungen geben.
Einige Mitarbeiter sollen laut Plan umgeschult und in neuen TA-Unternehmensbereichen eingearbeitet, rund 1.300 wiederum an Drittunternehmen "outgesourct" werden.
Unter schwierigen Voraussetzungen fand von Freitagnachmittag bis in die Abendstunden in Wien die Aufsichtsratssitzung der TA statt. Für die Sitzung war zunächst Stillschweigen vereinbart worden.
Funkstille nach TA-AufsichtsratssitzungDruck der Börse
Die Telekom Austria steht unter großem Druck, schnell Kosten zu reduzieren. Dem Vernehmen nach drängt vor allem der TA-Anteilseigner Telecom Italia [29,8-Prozent-Eigentümer] auf Einsparungen.
Druck kommt aber auch von der Börse, wo die TA-Aktie nach einem Start bei neun Euro in letzer Zeit um die Sechs-Euro-Marke pendelt.
Dass es noch weiter abwärts gehen kann, zeigte sich am letzten Donnerstag, als die TA-Aktie einen neuen Tiefpunkt erreichte und mit 5,72 Euro aus dem Handel ging. Derzeit steht das Papier auf 6,07 Euro.
