29.01.2001

MONSTER

Bildquelle: waldt/nintendo

Pädagoge warnt vor "Monokultur des Spielens"

Im Vorfeld der Internationalen Spielwarenmesse, die vom 1. bis zum 6. Februar in Nürnberg stattfindet, meldet sich auch die Debatte um den pädagogischen Nutzen oder Schaden digitaler Spiele wieder in der Öffentlichkeit.

In einer "von Videospielen dominierten Welt" müssen Kinder nach Ansicht von Experten bewusst an klassische Spiele herangeführt werden. "Es hat sich heute im Kinderzimmer eine Monokultur von Video- und Elektronik-Spielen entwickelt", sagte der Psychologe Prof. Wolfgang Roth

Im Schnitt verbrächten viele Kinder heute mehr als eine Stunde täglich mit Videospielen.

Besonders im Alter zwischen neun und 13 Jahren seien Kids von Videospielen fasziniert - das werde von den Medien und der Werbung unterstützt, meinte Roth, der zugleich Vorstandsmitglied des "spiel gut - Arbeitsausschusses Kinderspiel und Spielzeug" ist.

Ausgewogene Mischung empfohlen

"Die Elektronik ist zum Symbol für Erwachsenwerden geworden, und alle Kinder wollen erwachsen werden. Früher war ein Junge wie Papi, wenn er ein Spielzeugauto besaß. Heute muss er einen Computer haben", erläutert Spiel-Experte Roth.

Videospiele seien keineswegs zu verteufeln, aber sie vermittelten dem Kind keine Bewegungsmöglichkeiten und wenig direkte Erfahrungen. "Das Kind wird zum Bediener des Spielzeugs, ist aber nicht mehr Spieler", kritisiert Roth.

Nach Ansicht des Psychologen ist die richtige Mischung aus verschiedenen klassischen Spielzeugen und Computerspielen entscheidend.