29.01.2001

DIGITAL STORM

Bildquelle: ORF ON

Die USA rüsten für den Cyberwar

Nachdem sich mehr als ein Jahrzehnt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion in der realen Welt kein neuer Gegner offenbart hat, rüsten die USA nun gegen Raketenangriffe Unbekannter und - verstärkt - gegen einen imaginären Feind im Cyberspace.

Eine Gesamtsumme ist zwar sehr schwer festzulegen, da sich die Beträge für die IT-Aufrüstung keineswegs auf den Bereich Verteidigung beschränken, sondern quer über die Ministerien im Budget 2001 verteilt sind.

Aber alleine die bekannt gewordenen Extra-Ausgaben, die in neutral klingenden Gesetzesvorhaben wie etwa der "Veterans Affairs Bill" versteckt sind, betragen Hunderte Millionen Dollar.

Nachwuchs für Militärgeheimdienste

Weitere 11,2 Millionen Dollar gingen an die "National Science Foundation for the Scholarship for Service".

Es handelt sich dabei um Stipendien für Studenten, die sich dafür verpflichten, nach Abschluss des Studiums im Bereich "Informationssicherheit" für nicht näher genannte "Government Agencies" zu arbeiten.

Das FBI erhielt zusätzliche 30,5 Millionen USD für sein "Digital Storm"-Programm, hinter dem sich die Modernisierung des gesamten Abhör- und Überwachungskomplexes verbirgt. Das mittlerweile berüchtigte "Carnivore"-System ist nur ein Teil des gesamten Programms.

Kampf gegen "Cybercrime"

Das Justizministerium wiederum macht 25 Millionen Dollar locker, um so genannte "Cybercrimes" wie das Hacken von Websites oder das Verbreiten von Viren zu verfolgen.

Acht Millionen Dollar fließen in den Aufbau des "Federal Intrusion Detection Networks" [FIDNet].

Dass die Überwachung der zivilen Netzwerke durch die Militärs bereits jetzt weit fortgeschritten ist, manifestierte sich vor wenigen Tagen, als bekannt wurde, dass das Pentagon ein großes Interesses hat, das Surfverhalten von Kindern zu erforschen.