Disney stoppt Internet-Investitionen
Der US-Medienkonzern Disney plant nach Informationen der "Financial Times" radikale Einschnitte bei seiner Verlust bringenden Internet-Tochter.
Das lange Zeit mit viel Ehrgeiz verfolgte Internet- Portal Go.com stehe vor dem Aus, berichtete die Zeitung. Eine entsprechende Entscheidung könne noch am Montag fallen. Darüber hinaus sei der Abbau von Stellen geplant.
Die Werbewirtschaft habe dem Internet den Rücken gekehrt, sagte Disney-Chef Michael Eisner der Zeitung. "Wenn ein Portal nur noch eine Suchmaschine und ein Webkatalog ist, dann ist ein Portal nicht das, was wir wollen."
"FT"-ArtikelKrise der Online-Werbung
Der Disney-Konzern hatte im Juli 1999 die Suchmaschine Infoseek übernommen und mit seiner Buena Vista Internet Group zu dem neuen Unternehmen Go.com zusammengelegt.
In der Folge integrierte Disney auch die Internet-Sparten Disney Stores Online, ABC.com [TV-Sender], ABCNews.com und ESPN.com [Sportsender] in Go.com.
Dass nach CNN, Rupert Murdochs News Corp. und der "New York Times" nun auch Disney die Schere im Internet-Geschäft ansetzt, wird in der Branche mit besonderer Aufmerksamkeit registriert.
Disney war eines der ersten traditionellen Medienhäuser, die in das neue Medium investiert hatten. Noch vor wenigen Wochen hatte Disney-Chef Eisner erklärt, an den Investitionen im Internet-Bereich festhalten zu wollen. Die akute Krise im Online-Anzeigengeschäft dürfte jetzt zu einem Umdenken geführt haben.
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