28.01.2001

MIT FUZO FRAGE

Bildquelle: Photo Disc

Der lange Weg zum Radio in CD-Qualität

Seit mehr als zehn Jahren diskutiert die europäische Rundfunkbranche über die Einführung des digitalen Radios DAB [Digital Audio Broadcast].

Doch auch nach einigen Pilotprojekten in mehreren deutschen Bundesländern ist die Zukunft von DAB noch immer fraglich. Eine Fachtagung in Darmstadt illustrierte das Dilemma, in dem Radiosender und Gerätehersteller stecken.

Studien zufolge nehmen die meisten Hörer den besseren Klang in CD-Qualität gar nicht wahr. Zwar braucht das terrestrisch verbreitete digitale Radioprogramm weniger Platz im Frequenzspektrum, wodurch Raum frei ist für zusätzliche Informationen wie Titel der Musikstücke, Wetterberichte oder Staumeldungen. Doch letzteres können Handys mittlerweile längst und was die Interaktivität angeht, so bleibt auch das digitale Radio ein Einweg-Medium.

Erst wenige tausend Empfänger in DE

Derzeit will wegen der hohen Entwicklungskosten aber keiner der Gerätehersteller das Risiko eingehen, DAB-Radios in großer Stückzahl herzustellen.

Radiosender und Industrie sollten sich endlich auf eine gemeinsame Aktion verständigen, forderte der Geschäftsführer der Bayerische Medien Technik GmbH, Helwin Lesch.

Nach Angaben von Rüdiger Malfeld, Sendeleiter im Westdeutschen Rundfunk [WDR], besitzen in ganz Deutschland erst wenige tausend Menschen die neuen Geräte. Ohne die Aussicht auf große Hörerzahlen und damit Werbekunden zögern auch die privaten Radiosender, in die digitale Übertragung zu investieren.