Das Wegwerf-Handy aus Altpapier für 10 Euro
Die Erfinderin Randice-Lisa Altschul will mit ihrer Firma Dieceland im Herbst diesen Jahres in den USA ein Wegwerf-Handy aus Altpapier auf den Markt bringen, Anfang 2002 soll das Einweg-Mobiltelefon weltweit vermarktet werden.
Grundidee der Wegwerf-Telefone ist es, die flexible Platine, die jetzt schon in vielen Handys verwendet wird, so zu formen, dass sie zum Gehäuse wird, wodurch die Kosten für ein Plastikgehäuse entfallen - Displays sind natürlich erst gar nicht vorgesehen.
Außerdem können die Telefone nicht manipuliert werden, da beim Öffnen des Gerätes unweigerlich Schaltkreise beschädigt werden.
Das Phone-Card-Phone soll um die 10 USD [derzeit rund 10,6 Euro] kosten und als Trägermaterial für die Funktionselemente Altpapier nutzen. Die "Card" führt das Billig-Produkt nur im Namen, sein Guthaben aufladen kann man höchstens online mit der Kreditkarte.
Phone-Card-PhoneAltpapier-Bill-Gates
Altschul hat 1999 zusammen mit einem Partner ein Patent für Einweg-Handys angemeldet und inzwischen 21 weitere Patente, die Details des Junk-Fons betreffen, hinzugefügt.
"Ich mache es [das Handy] jetzt billig und einfach," sagte Altschul zum britischen "Register". Allerdings gilt dies nicht für ihre Gewinnabsichten: "Finanziell gesehen, will ich der neue Bill Gates werden."
Die Idee für das Wegwerf-Produkt hatte Altschul angeblich beim Telefonieren im Auto. Die Verbindung riss immer wieder ab, und sie hätte ihr Handy am liebsten sofort aus dem Fenster geworfen.
Patent für Wegwerf-HandyMassenware
Die Papierhandys, die mit 60 Minuten Sprechzeit aufgeladen sind, werden entweder einzeln verkauft [In Supermärkten genauso wie von der Modekette "The Gap"] oder aber als Werbegeschenke vermarktet ["Happy-Meal mit Handy"].
Dieceland hat nach eigenen Angaben jetzt schon 100 Millionen Vorbestellungen für das "Phone-Card-Phone", nach Anlaufen der Massenproduktion will das Unternehmen nicht weniger als 300 Millionen Einheiten innerhalb eines Jahres herstellen lassen.
Sollten die Wegwerf-Handys wirklich ein ökonomischer Erfolg werden, hat Dieceland als Nachfolgeprodukt schon einen Papier-Laptop in der Entwicklung - der soll dann ganze 20 USD kosten.
