Funkstille nach TA-Aufsichtsratssitzung
Unter schwierigen Voraussetzungen fand von Freitag Nachmittag bis in die Abendstunden in Wien die Aufsichtsratssitzung der seit November börsenotierten Telekom Austria [TA] statt. Für die Sitzung war zunächst Stillschweigen vereinbart.
Aus Teilnehmerkreisen des "Volksaktie"-Unternehmens verlautete gegenüber der APA lapidar, die Tagesordnung sei abgehandelt worden.
Wie berichtet wollte sich der Aufsichtsrat neben dem noch offenen Budgetplan für das Jahr 2001 auch mit dem geplanten Personalabbau befassen, der dieses Jahr eine Reduktion des Mitarbeiterstandes von derzeit knapp 14.500 um 3.000 Personen vorsieht.
Der Betriebsrat wollte am Freitag für die rund 14.500 Mitarbeiter der Telekom Austria, davon 10.000 Beamte, den Abschluss der Gehaltsverhandlungen verlangen. Fordern wollte man 2,5 Prozent Erhöhung, mindestens aber 600 S monatlich. Weiters bestand die Belegschaftsvertretung vor Sitzungsbeginn auf der Vorlage eines schriftlichen Abwicklungskonzepts für die Personalmaßnahmen binnen 14 Tagen, sonst seien Kampfmaßnahmen bis hin zu einem Streik möglich.
Telekom AustriaLaut "WERT-Programm" zur Ergebnisverbesserung, das 37 strategische Punkte, darunter auch den Verkauf von Immobilien, enthält, soll der Personalstand dieses Jahr von derzeit knapp 14.500 um 3.000 reduziert werden.
Bereits bis 2003 statt wie ursprünglich geplant erst 2005 soll der Mitarbeiterstand auf 10.000 Beschäftigte sinken, um rascher Einsparungen lukrieren zu können.
Diese Maßnahme soll der TA dann künftig jährlich rund 300 Mill. Euro [4,128 Mrd. ATS] bringen. Die Kosten für den Personalabbau hatte die TA mit 3,5 Mrd. S beziffert. Derzeit betragen die Personalkosten etwas über 20 Prozent vom Umsatz.
Selbst über den Inhalt der Tagesordnung des TA-Aufsichtsrates hatte man sich am Freitag bedeckt gehalten. Es handle sich um eine interne Sitzung eines Unternehmens, hieß es. TA-Sprecher Martin Bredl hatte dem [morgigen Samstag-]"Kurier" zum laufenden Geschäft erklärt, dass bisher "alles im Plan" verlaufe. Generell verliere die TA zwar Marktanteile im Telefon-Minutengeschäft, bei Anschlüssen dagegen werde wegen der zunehmenden Internet-Nutzung allerdings bereits wieder ein Gegentrend zu den bisherigen Abmeldungen verzeichnet. Bei Mietleitungen und im Verkauf von Leitungspaketen würden steigende Umsätze erwartet, so dass an den Planzahlen für 2001 derzeit nicht zu rütteln sei. Zu möglichen Verlusten für 2001 sagte Bredl laut dem Zeitungsbericht, TA-Generaldirektor Heinz Sundt habe diese niemals völlig ausgeschlossen, sondern lediglich eine "klare Trendwende" für das Unternehmen prognostiziert.
