26.01.2001

LET'S E-BIZ

Bildquelle: ASg

Bartenstein fordert "Digitale Gründerzeit"

Das österreichische E-Business erhält neue Impulse. Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein [ÖVP] hat ein 220 Seiten starkes Maßnahmenpaket präsentiert, das im letzten halben Jahr unter dem Schlagwort "Let's e-biz" von rund 300 Experten erarbeitet wurde.

Vorgesehen sind darin 35 konkrete Projekte und legistische Maßnahmen - so unter anderem die Gründung von "E-Kompetenzzentren" in Wien, Graz und Salzburg, die Flexibilisierung von Arbeitszeiten, die Erhöhung der "E-Kompetenz" für Frauen durch verstärkte Information sowie der Ausbau des heimischen Breitbandnetzes.

"Digitale Gründerzeit"

Ziel der Initiative sei es, die heimische Wirtschaft in die "digitale Gründerzeit" einzuführen. Vor allem die Klein- und Mittelbetriebe müssten in den nächsten Jahren für die Globalisierung fit gemacht werden. E-Business könne dazu einen wesentlichen Teil beitragen.

Zudem müsse der heimische Standort für die digitale Wirtschaft attraktiver werden. Derzeit liege Österreich im Bereich E-Business im guten europäischen Mittelfeld und knapp unter dem OECD-Schnitt.

Stark in Teilbereichen, Defizite im Bildungswesen

In wenigen Punkten sei Österreich allerdings bereits führend. So habe es im vergangenen Jahr laut einer Studie der europäischen Kommission in keinem anderen europäischen Land so viele neue Internet-Anschlüsse gegeben, sagte Bartenstein. In den Bereichen "E-Tourism", "E-Content" und "E-Location" habe Österreich sogar die Chance, "sich als Marktführer in Europa zu positionieren". Stärken des heimischen E-Business orten die Experten auch bei den Finanzierungsmöglichkeiten von Start-ups. Deutliche Schwächen gebe es hingegen in der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Warnung vor New Economy

Vor einer Überbewertung der New Economy hat der Deutsche Industrie- und Handelstag [DIHT] gewarnt. Die Unternehmen der neuen Wirtschaft seien als reine Dienstleister von Aufträgen aus der Industrie abhängig, wird in einem Grundsatzpapier des DIHT festgestellt, das am Freitag in Bonn vorgelegt wurde.

"Ohne Produktion gibt es auch keine Dienstleistung", betonte DIHT-Vizepräsident Frank Niethammer. Die alte Wirtschaft sei bei Umsatz und Arbeitsplätzen weit vorn und bleibe die Basis für Wirtschaft und Wohlstand in Deutschland. "Sie verfügt auch über eine enorme Innovationskraft."