Telekom Austria in Turbulenzen
Unter schwierigen Voraussetzungen findet heute Nachmittag die Aufsichtsratssitzung der Telekom Austria [TA] statt: Gestern zum Wiener Börsenschluss verzeichnete die TA-Aktie mit 5,72 Euro einen neune Tiefststand, und der TA-Betriebsrat drängt auf Klarheit beim Personalabbau und hat gestern mit Streik als letztem Mittel gedroht.
Behandelt werden dürfte neben dem noch offenen Budgetplan für das Jahr 2001 der geplante Personalabbau, der heuer eine Reduktion des Mitarbeiterstandes um 3.000 Personen vorsieht.
Noch gestern Nachmittag gab es allerdings Gespräche zwischen Betriebsrat und Vorstand, um die gegenseitige Vertrauensbasis wieder herzustellen.
Laut Telekom-Betriebsrat Robert Sulzbacher müssen in den nächsten 14 Tagen unbedingt Details zu den geplanten Entlassungen vorgelegt werden, sonst würden "Maßnahmen vorgesehen". Als Maßnahmen nannte Sulzbacher gestern Betriebsversammlungen und - wenn es Personalkürzungen ohne Rücksicht auf den Betrieb gibt - Streik.
Streit um Personalabbau der TelekomKlarheit verlangt
Der Betriebsrat wird heute voraussichtlich für die rund 14.500 Telekommitarbeiter, davon 10.000 Beamte, den Abschluss der Gehaltsverhandlungen verlangen.
Gefordert werden 2,5 Prozent, mindestens aber 600 ATS. Weiters verlangt die Belegschaftsvertretung innerhalb von 14 Tagen einen schriftlichen Abwicklungsplan für die Personalmaßnahmen.
Laut Telekom habe die Personalvertretung dem Personalabbau zugestimmt. Das "WERT-Programm" zur Ergebnisverbesserung, das 37 strategische Punkte, darunter auch den Verkauf von Immobilien, enthält, soll der Personalstand von derzeit knapp 14.500 heuer um 3.000 reduziert werden. Bis 2003 soll der Mitarbeiterstand auf 10.000 Beschäftigte geschrumpft werden. Diese Maßnahme soll der Telekom künftig jährlich rund 300 Millionen Euro einbringen. Die Kosten für den Personalabbau hat die Telekom mit 3,5 Milliarden ATS beziffert.
