Adidas stellt Online-Verkauf ein
Der Sportartikelhersteller adidas-Salomon AG verkauft in Europa keine Sportschuhe und Sportbekleidung mehr über das Internet.
"Wir haben unseren 'Online-Store' für Europa vom Netz genommen", sagte ein Adidas-Sprecher am Donnerstag.
Weltweit habe Adidas bisher im Internet einen einstelligen Euro-Millionenumsatz erwirtschaftet. Erwartet worden war ein knapp zweistelliger Millionenbetrag.
Die Kosten des nun aufgegebenen "Olympia-Portals" ließen sich nicht gesondert beziffern, sagte er.
Adidas hatte seit März 2000 ein eigenes Internet-Angebot mit 90 einzelnen Artikeln für die olympischen Sportarten Fechten, Rudern, Boxen, Gewichtheben und Tischtennis aufgebaut. Adidas wolle die gemachten Erfahrungen mit dem neuen Vertriebsweg nun auswerten, sagte der Sprecher weiter. Ob der Internet-Shop wieder eröffnet werde, sei offen. Das selektive Internet-Angebot in den USA sei von der Schließung unberührt.
AdidasBusiness to Business
Die Zusammenarbeit mit Händlern, die selbst Sportschuhe und Kleidung über das Internet anbieten, will Adidas fortsetzen.
Der designierte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer sieht nach früheren Angaben weitaus größere Internet-Potenziale im B2B.
Deutsche Adidas-Fachhändler können bereits jetzt online bestellen, noch im laufenden Jahr soll diese Möglichkeit auf ganz Europa und Japan ausgeweitet werden.
Hainer hatte betont, dem Fachhandel keine Konkurrenz machen zu wollen, und den Online-Shop deshalb vorerst auf Randsportarten beschränkt. Ursprünglich sollte aber das Angebot nach Olympia in Sydney auf andere Sportarten ausgeweitet werden.
Der Konkurrent Puma hatte vor einigen Wochen Pläne für ein gemeinsames Internet-Portal mit dem Sportfachhandel aufgegeben, weil sich daran zu wenige Händler beteiligen wollten. Auch der US-Sportartikelriese Nike hat den Verkauf über das Internet in Europa im vergangenen Jahr wieder eingestellt.
Die anderen Grenzen des E-Commerce
