25.01.2001

TVT RECORDS

Bildquelle: fuzo

Klage gegen Napster fallen gelassen

Mit TVT Records hat eine der größten unabhängigen US-Plattenfirmen ihre Milliardenklage gegen Napster fallen gelassen.

Grundlage der Entscheidung sei der Plan von Napster und dem deutschen Medienkonzern Bertelsmann, die bisher kostenlose Napster-Website in ein Abo-Service umzuwandeln, sagte TVT-Chef Steven Gottlieb am Donnerstag in Los Angeles.

Zuvor hatte sich bereits die auf dem Neuen Markt notierte Edel Music der Bertelsmann-Initiative angeschlossen. Bertelsmann ist seit Oktober strategischer Partner von Napster.

Geschäftsmodell noch vage

Weil BMG vorerst noch an der Klage festhält, ist TVT das erste Unternehmen, das das Gerichtsverfahren gegen Napster abbricht. Die TVT-Klage wird auf umgerechnet mehr als eineinhalb Milliarden Euro geschätzt.

TVT-Chef Gottlieb sagte, Napster werde maßgeblich zum Umsatz beitragen, wenn das neue Service erst einmal funktioniere. "Das künftige Napster bietet die Möglichkeit, Musikfans auf noch nie da gewesenen und bisher noch unvorstellbaren Wegen zu erreichen."

Gottlieb räumte ein, dass das neue Geschäftsmodell noch nicht eindeutig feststehe. Der TVT-Chef wollte keine Einschätzung abgeben, wann das neue Service starten könnte.

Seit Wochen intensive Gespräche

BeCG und Napster führen seit Wochen intensive Gespräche, um andere Musikunternehmen für die Napster-Allianz zu gewinnen.

Die deutsche Edel Music hatte Napster nicht verklagt und will Napster künftig ihr Repertoire zur Verfügung stellen.

Die Muttergesellschaft von Universal Music, Vivendi Universal, hatte dagegen kürzlich mitgeteilt, sie wolle das Gerichtsverfahren gegen Napster fortsetzen.