25.01.2001

STUDIE

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Jeder zweite Jugendliche hat ein Handy

Auf Schulhöfen klingelt es immer öfter: Innerhalb eines einzigen Jahres hat sich die Zahl der Jugendlichen, die ein Mobiltelefon besitzen, fast verdreifacht.

Inzwischen besitzt jeder zweite Jugendliche in Deutschland im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren ein Handy. Das ist eines der Ergebnisse einer neuen Studie zum Medienumgang von Jugendlichen. Außer dem Handy gehören aber auch andere Medien immer selbstverständlicher zum Alltag von Jugendlichen.

Während 1999 erst 14 Prozent über ein eigenes Handy verfügten, kletterte die Quote im vergangenen Jahr auf 49 Prozent. "Wir sind gespannt, wie hoch der Anteil 2001 steigen wird", sagt Medienwissenschaftlerin Sabine Feierabend, die die Studie betreut. Sie geht von einem weiteren kräftigen Anstieg aus.

Studie zum dritten Mal

Für die zum dritten Mal erarbeitete repräsentative Studie "Jugend, Information [Multi-]Media 2000" waren bundesweit 1.200 Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 19 Jahren befragt worden. Auftraggeber ist der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest [Baden-Baden], der auf eine Zusammenarbeit mehrerer Landesmedienanstalten und des Südwestrundfunks zurückgeht.

Elektronik zuhauf

Weitere Ergebnisse der Studie: Neun von zehn Jugendlichen besitzen eine eigene Hi-Fi-Anlage [Hi-Fi dürfte dabei nicht wörtlich zu nehmen sein], zwei Drittel ein eigenes Fernsehgerät. Einen Computer nennt fast die Hälfte ihr Eigen.

Ein Drittel besitzt einen Videorecorder, immerhin 31 Prozent eine Spielkonsole für den Fernseher. Dabei ist die Ausstattung ostdeutscher Jugendlicher mit Medien besser als die der westdeutschen, die von Städtern besser als die von Jugendlichen auf dem Land.

Fernsehen bleibt Nummer eins

Nicht so überraschend erscheint, dass Jugendliche immer weniger Bücher, Zeitungen und Zeitschriften lesen. Stattdessen wird der Computer immer beliebter. Nach wie vor beliebtestes Medium in der Freizeit ist bei Jugendlichen jedoch - wie auch bei Erwachsenen - das Fernsehen.

CD hören auf Platz zwei

93 Prozent aller deutschen Jugendlichen nutzen dieses Medium mehrmals pro Woche. Es folgen das Hören von CDs [92 Prozent] und von Radioprogrammen [84 Prozent]. Dann jedoch - und das ist neu - kommen schon Computer in der Beliebtheitsliste der Medien [60 Prozent]. 1999 hatte noch das Zeitunglesen vor dem Computer gelegen.

Nach wie vor gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. So wird der Computer eindeutig häufiger von Burschen benutzt: 70 Prozent benutzen ihn mehrmals pro Woche - im Gegensatz zu 49 Prozent der Mädchen.

Mehr Surfer

Alles in allem ist das Internet bei Jugendlichen auf dem Vormarsch. Nannte im Vorjahr nur jeder Siebente das Surfen als Tätigkeit am Computer, war es im vergangenen Jahr schon jeder Dritte.

Pragmatiker, Geeks & Verweigerer

Dabei wird zwischen drei Einstellungen zu Computern unterschieden. So gibt es PC-Pragmatiker [42 Prozent], die eine positive Einstellung zum Computer haben, ohne dabei euphorisch oder unkritisch zu sein.

Der zweite Typ ist der des PC-Fans [29 Prozent], für den der Computer eine geliebte Freizeitbeschäftigung darstellt.

Der dritte Typus ist der des PC-Verweigerers. Dieser mag Lesen und Fernsehen mehr als das Sitzen am Computer. In dieser Gruppe sind zwei Drittel Mädchen.