23.01.2001

GESUNDHEIT

Therapievorschläge im Netz meist falsch

Etwa 70 bis 80 Prozent der im Internet angebotenen Diagnosen und Therapien seien falsch oder veraltet, warnte der Präsident des "Europäischen Gesundheitsforums Gastein", Günther Leiner, heute in Brüssel.

In der "Gasteiner Gesundheitsdeklaration" wird darauf hingewiesen, dass derzeit weniger als die Hälfte der Ärzte in Europa das umfangreiche Angebot medizinischer Datenbanken im Internet und die Kommunikation mit Kollegen in aller Welt nutzten.

Österreich liege mit einer Computerausstattung der Kassenärzte von weniger als 40 Prozent in der EU im Unterfeld und werde nur noch von Portugal, Frankreich und Griechenland unterboten.

Die Patientenrechte sollten angesichts der Revolution im Informationsbereich und der raschen Verfügbarkeit zahlreicher Daten besser geschützt werden, fordert das Forum weiter.

Schwerpunkte der "Infoethik" sollten Schutz der medizinischen Daten, Schweigepflicht, Sicherheit bei der Datenübertragung und Zustimmung zur Datenverwendung sein.

Einheitliche Regelungen werden auch für die Nutzung von Blut und Gewebe bei Gentests und gegen Diskriminierung auf Grund von Informationen über das Erbgut von Patienten verlangt.