24.01.2001

ILO.ORG

Bildquelle: FuZo

UNO warnt vor "digitaler Trennung"

Informations- und Kommunikationstechnologien können langfristig den Weltarbeitsmarkt revolutionieren, aber nur für wenige Entwicklungsländer einen Quantensprung bedeuten.

Davon geht die Internationale Arbeitsorganisation [ILO] im Weltarbeitsbericht 2001 unter dem Titel "Arbeitsleben in der Informationswirtschaft" aus. Weltweit fehlten 500 Millionen Jobs.

Noch hätten viel zu wenige Menschen einen Internet-Zugang, um einen global ausgleichenden Effekt der Technologie auf den Arbeitsmarkt zu erreichen:

Nur fünf Prozent der Weltbevölkerung nutzen das weltweite Datennetz, davon leben 88 Prozent laut ILO in Industriestaaten.

Erholung in Ostasien und Russland

Dennoch geht die Weltarbeitsorganisation von günstigeren Aussichten als zuletzt aus.

Hintergrund sei das Wirtschaftswachstum in den USA sowie ein "dynamischeres Europa und eine verbesserte Situation in Japan", heißt es in dem Bericht.

Zudem hätten Ostasien und Russland sich schneller als erwartet von ihren Krisen erholt.

Schreckgespenst Jugendarbeitslosigkeit im Osten

In einzelnen Staaten ergebe sich jedoch ein düsteres Bild:

In Ost- und Mitteleuropa etwa liegt die Arbeitslosigkeit den Angaben zufolge bei durchschnittlich 14 Prozent - die Spanne reiche jedoch von 16 Prozent in der Tschechischen Republik bis 68 Prozent in Georgien.

Besonders betroffen seien junge Menschen, von denen bis zu 30 Prozent - doppelt so viele wie in Westeuropa - ohne Job seien.

Kennzeichnend für die künftige Entwicklung

auf dem Arbeitsmarkt seien Teilzeitarbeit und Zuwanderung auf Grund von Arbeitsangeboten - wie sie etwa Deutschland für die ICT-Branche per Green Card ermöglicht. Vor allem Indien, Osteuropa und Nordafrika entsenden laut ILO Arbeitskräfte in die westliche Welt. Die "digitale Trennung" der einkommensarmen und -reichen Staaten hätten nur wenige Länder - allen voran Indien mit jährlich um 50 Prozent wachsender Softwareindustrie und Tausenden neuer Jobs - überschritten.