Yahoo auf symbolische Entschädigung verklagt
Ehemalige Insassen von Konzentrationslagern haben Yahoo die Rechtfertigung von Nazi-Verbrechen vorgeworfen und Vorstandschef Tim Koogle auf Zahlung einer symbolischen Entschädigung von einem Franc [rund 0,15 Euro] verklagt.
Erst vor wenigen Wochen hatte Yahoo auf Druck französischer Gruppen angekündigt, Auktionen mit Nazi-Gegenständen künftig auf seinen Webseiten nicht mehr zu ermöglichen.
Im November hatte ein französisches Gericht Yahoo eine Frist von drei Monaten gesetzt, um französischen Internet-Nutzern mit einem elektronischen Filter den Zugang zu Auktionen mit Nazi-Gegenständen wie KZ-Uniformen zu sperren. Daraufhin hatte Yahoo Anfang Jänner angekündigt, Versteigerungen von Nazi- und auch Ku-Klux-Klan-Gegenständen zu verbieten, zugleich aber ein Gerichtsverfahren in den USA gegen die in Frankreich verlangten Zugangssperren angekündigt.
Yahoo sperrt Versteigerung von Nazi-ObjektenDer französische Anwalt Charles Korman argumentierte, indem Yahoo Auktionen mit Nazi-Gegenständen ermöglicht habe, habe das Unternehmen praktisch Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit gerechtfertigt.
Er fordere deshalb im Namen mehrere Überlebender von Konzentrationslagern die symbolische Entschädigung. Er wolle zudem erreichen, dass Yahoo über eine Verurteilung auf eigene Kosten in Zeitungsanzeigen und im Internet informieren muss.
