User wollen kein WAP
Im Herbst dieses Jahres hat Jakob Nielsen, Usability-Guru und Chef der Nielsen Norman Group, ein Studie zum Thema WAP [Wireless Application Protocol] durchgeführt.
Das Ergebnis ist vernichtend. WAP, der erste Schritt, mit Mobiltelefonen Richtung Internet zu gehen, ist in der derzeitigen Form inakzeptabel, so der Succus der 90seitigen Studie. Nielsen hat 20 Personen aus London, Großbritannien, mit WAP-Handys ausgestattet. Nach einer einwöchigen Testphase wurden die Personen ausführlich zu ihren Eindrücken befragt.

Nur 20 % denken an WAP
Zusätzlich wurden ihnen Aufgaben gestellt, um Usability-Studien durchzuführen. Auf die Frage, ob sie innerhalb eines Jahres ein WAP-Handy nützen wollen, haben 70 Prozent mit einem klaren Nein geantwortet. Nur 20 Prozent wollen sich innerhalb der nächsten drei Jahre eins zulegen
WAP sei noch nicht ausgereift, schliesst Nielsen. User würden auch nicht erwartetn, dass es in der nächsten Zeit funktionieren würde. User, die WAP getestet hatten, meinten, dass selbst die einfachsten Aufgaben zu lange dauerten, um wirklich einen Nutzen zu generieren. Sie bezeichneten die WAP-Performance als "schrecklich langsam".
Augen zu und durch
Nielsen übersetzt WAP mit "Wrong Approach to Portability". "Unternehmen sollten kein Geld verschwenden, um WAP-Services aufzubauen, die keiner verwenden wird. Stattdessen sollten sie die aktuelle WAP-Generation durchtauchen und weiter an ihrer Mobile Internet Strategie feilen", so Jakob Nielsen.
Kinderschuhe 1994 und 2000
Er zieht Parallelen zu seinen Usability-Studien 1994, als das WWW noch in den Kinderschuhen steckte. Er entdeckt dabei alamierende Übereinstimmungen zwischen WWW '94 und WAP '00.
"So lange der Nutzen von mobilen Internet-Geräten und WAP-Services nicht stark verbessert wird, werden die User es einfach nicht akzeptieren. Milliarden von Dollars werden verschwendet", so Nielsens Conclusio.