EU regelt Verbraucherschutz neu
Der Schutz der Verbraucher bei Käufen im Internet soll EU-weit verbessert werden. Die Justizminister der 15 Mitgliedsstaaten beschlossen am Donnerstag in Brüssel eine entsprechende Verordnung.
Danach soll jeder Käufer seine Ansprüche gegen einen Internet-Anbieter, der in einem anderen EU-Staat sitzt, in seinem Heimatstaat einklagen können.
Kauft ein österreichischer Kunde etwa Weihnachtsgeschenke online bei einem französischen Händler, kann er sich bei Mängeln an ein österreichisches Gericht wenden und braucht nicht in Frankreich zu klagen. Die Regelung tritt im März 2002 in Kraft.
Die private Internet-Nutzung in der Europäischen Union hat einer Studie zufolge sprunghaft zugenommen. Ende Oktober nutzten demnach rund 28 Prozent aller EU-Haushalte das Internet, verglichen mit 18 Prozent sechs Monate zuvor, berichtete die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel. Sie sprach von einem erfreulichen Ergebnis vielfältiger Internet-Initiativen, mahnte aber zugleich mehr Sicherheit im Netz an. Die Studie wurde für den bevorstehenden EU-Gipfel in Nizza erstellt.

E-Commerce in Österreich
Die Internet-Wirtschaft gewinnt auch in Österreich immer mehr an Bedeutung. Nach einer Untersuchung des Marktforschungsunternehmens Gartner Group, die von Cisco in Auftrag gegeben wurde, werden im heimischen Internet-Handel bereits jährlich Geschäftsabschlüsse in der Höhe von 462 Millionen Euro [6,36 Mrd. ATS] getätigt.
Bis zum Jahr 2004 erwarten Experten jedoch bereits ein Geschäftsvolumen im E-Commerce von 18,6 Mrd. Euro [255 Mrd. ATS], was einer jährlichen Wachstumsrate von 250 Prozent entspräche.
Erste umfassende Bewertung der New Economy in Europa
Die von Gartner vorgelegte Studie ist die erste Untersuchung, die
eine umfassende Bewertung der Internet-Wirtschaft in Europa und dem
Nahen Osten bietet. Im Rahmen der Studie wurden rund 800 Unternehmen
in der Region Europa, Mittlerer Osten und Afrika befragt. Gartner
unterteilt die Internet-Economy in vier Stufen: Infrastruktur,
Software, Portale und E-Commerce.

E-Commerce im Europavergleich
Im Bezug auf die Gesamtumsätze der Internet-Wirtschaft weist Frankreich mit 99 Prozent jährlich das stärkste Wachstum in Europa auf, gefolgt von Italien mit 95 Prozent und Deutschland mit 88 Prozent. Großbritannien liegt dagegen mit nur 82 Prozent deutlich zurück.
In Osteuropa entspricht der Stand der Wirtschaft und die Qualität der Telekommunikationseinrichtungen der Bedeutung des E-Commerce. Führend in dieser Region sind die Tschechische Republik, Ungarn, Polen und Slowenien.
In Russland, Bulgarien und Rumänien hingegen wird das Internet noch immer hauptsächlich zum Informationsabruf und zur E-Mail-Kommunikation verwendet und kaum für Business-Transaktionen. Das Fehlen effizienter Strukturen zur Regelung des Internet-Business erweist sich dabei noch immer als ein starkes Hindernis für die Entwicklung.