30.11.2000

KABEL-TV

Bildquelle: FuZo

UPC sichert sich Telecolumbus und SmatCom

Der niederländische Kabelnetzbetreiber UPC [United Pan-Europe Communications] hat sich durch ein Abkommen mit der Deutschen Bank den Zugriff auf eine weitere halbe Million Kabel-TV-Kunden in Deutschland gesichert.

Dabei sei vereinbart worden, dass UPC innerhalb der kommenden neun Monate rund 470.000 Kunden der Kabelnetzbetreiber Telecolumbus und SmatCom durch durch eine von der Bank finanzierte Kaufoption über 340 Millionen Euro [4,7 Mrd. ATS] erwerben könne, teilte UPC am Mittwoch in Amsterdam mit.

UPC ist eine Tochter des US-Unternehmens United Global Com, deren größter Anteilseigner wiederum die AT&T-Tochter Liberty Media ist.

Ausbau des Kabelnetzwerks via Börsengang

Das deutsche Kabelnetzgeschäft will UPC eigenen Angaben zufolge nun in eine eigene Gesellschaft ausgliedern und an die Börse bringen.

Der Emissionserlös soll den Ausbau des Kabelnetzwerks finanzieren, da die von der Deutschen Bank bereitgestellten 60 Millionen Euro [826 Mio. ATS] den Angaben zufolge nicht ausreichen.

UPC führt zudem exklusive Verhandlungen über den Kauf einer TV-Kabelnetzgesellschaft der Deutschen Telekom in Rheinland-Pfalz und will sich mit 25 Prozent an dem britischen Kabelnetzbetreiber Telewest beteiligen.

Aktien von UPC und Deutscher Bank unter Druck

Die Aktien von UPC gaben am Mittwoch bei anhaltender Schwäche von Technologietiteln an der Börse in Amsterdam weiter deutlich nach und fielen um gut acht Prozent auf 13,10 Euro.

Deutsche Bank lagen bei uneinheitlichem Branchentrend mit mehr als drei Prozent im Minus bei 85,25 Euro. Ursache für die Kursverluste bei der Bank sind Händlern zufolge vor allem die Schwierigkeiten bei der Beteiligung DaimlerChrysler.

Zuletzt hatte es aber auch Gerüchte gegeben, wonach die Erlöse für die Bank aus dem Verkauf der Kabelgesellschaften geringer als erwartet ausfallen könnten.