Wählerstimmen für US-Wahlkampf versteigert
Ein Internetunternehmen, das 21.000 Stimmen für die US-Präsidentschaftswahl versteigert, hat sich in Deutschland registrieren lassen und seinen Domain-Namen geändert.
Nach amerikanischen Recht ist der Verkauf von Wählerstimmen verboten, die österreichischen Besitzer von www.vote-auction.com erklärten jedoch, die Namensänderung habe nichts mit den Ermittlungen gegen das Unternehmen zu tun.
Der Investor Hans Bernhard sagte der Nachrichtenagentur AP, die Besucher der Seite hätten oftmals versucht, den neuen Namen einzugeben statt des alten, der ohne Bindestrich geschrieben wurde.
Auf der Seite werden die Wähler aufgefordert,
einige persönliche Angaben zu machen. Die Stimmen werden dann
blockweise nach Einzelstaaten gegliedert, zum Kauf angeboten. Mit
dieser Technik soll nach Angaben der Betreiber der Seite das Geld
der Wahlkampagnen direkt die wählende Öffentlichkeit erreichen.
Vote-Auction.com2500 Wähler haben ihre Stimmen angeboten
Wie die Wähler bezahlt werden und ihre Stimmabgaben kontrolliert werden sollen, ist noch nicht klar. Nach einer Klage im US-Staat Illinois wurde die Seite geschlossen, in Kalifornien läuft ein Ermittlungsverfahren.
Die Seite wurde in dieser Woche mit Hilfe des Unternehmens CSL Computer Service aus Deutschland wieder geöffnet. Bis Donnerstag hatte mehr als 2.500 kalifornische Wähler ihre Stimmen angeboten.
Das höchste Gebot stand bei 48.000 Dollar [57.783 Euro/795.106 S] oder 19,61 Dollar pro Stimme.
Ein Behördensprecher aus Kalifornien erklärte,
die Änderung des Namens werde die Ermittlungen nicht
beeinflussen. Internetexperten sagten, es sei praktisch unmöglich,
die Identität der Wähler über das Internet zu ermitteln.
FEC.gov
